Liebe Freunde und Freundinnen,
liebe Genossen und Genossinnen,
ich darf heute den Redebeitrag der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend Trier halten.

Der Umstand, dass wir hier gerade nur wenige Meter von Karl Marx‘ Geburtshaus entfernt stehen, zwingt mich, zunächst einige Worte über die derzeitigen Besetzer des Hauses zu verlieren. Dass die als Arbeiterpartei gegründete SPD kurz vor Beginn des Ersten Weltkrieges zur Unterstützung des imperialistischen deutschen Kapitals übergegangen ist, dass sie sich vier Jahre später maßgeblich an der Niederschlagung der Revolution beteiligte, die Restauration des Kapitalismus ermöglichte und mitverantwortlich war für die Ermordung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg; kurzum: dass sie die Ziele und Interessen der Arbeiterklasse verraten hat – diese historische Tatsache kann als Tragödie bezeichnet werden. Aber dass die SPD im Jahre 2018, mittlerweile von jeglichem Hauch Antikapitalismus befreit, sich immer noch als Partei der arbeitenden Bevölkerung gebärdet, eine Kontinuität von Marx zu ihrer heutigen Organisation herzustellen versucht und zum Zwecke dieser Vereinnahmung auch sein Geburtshaus missbraucht, kommt nur noch einer Farce gleich. Es ist an Absurdität schwer zu überbieten, dass die Partei, die in Deutschland den größten Niedriglohnsektor Westeuropas aufgebaut hat, für Hartz4 und die erste deutsche Beteiligung an einem Angriffskrieg seit `45 verantwortlich ist, dass diese Partei sich ausgerechnet mit Verweis auf vermeintlich gemeinsame humanistische Ideale in eine Tradition mit Marx zu stellen versucht.
Wir von der SDAJ wenden uns gegen diese Vereinnahmung des Begründers des wissenschaftlichen Sozialismus und rufen dazu auf, die SPD bei jeder Gelegenheit als das zu entlarven, was sie ist – der zuverlässige Retter und Verwalter eines menschenverachtenden Systems, ein willfähriger Interessenvertreter der herrschenden Klasse.
All die Vereinnahmungs- und Verfälschungsversuche, all die Reduktionen der Marx’schen Lehre auf ein paar interessante Ideen oder ein abgeschlossenes Kapitel Geschichte, all der Aufwand, der betrieben wird, um den wahren Charakter seiner Philosophie, den einer revolutionären Weltanschauung, zu verschleiern, all das zeigt aber auch, dass diese Weltanschauung nichts an ihrer Gefährlichkeit für die herrschende Klasse verloren hat. Denn Klassenkampf herrscht heute genauso wie zu Marx‘ Zeiten, genauso wie er die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft geprägt hat und prägen wird, solange ihre Stellung im Produktionsprozess die Menschen in Ausbeuter und Ausgebeutete teilt. Der Grundwiderspruch des kapitalistischen Systems, der zwischen dem gesellschaftlichen Charakter der Arbeit und der privaten Aneignung des Arbeitsproduktes, welcher seine Grundlage in dem Privateigentum an Produktionsmitteln, an den Banken und Konzernen findet; dieser Grundwiderspruch erzeugt zwangsläufig einen unversöhnlichen Interessengegensatz zwischen den lohnabhängigen Produzenten und den kapitalistischen Aneignern des gesellschaftlichen Produkts. Die unzähligen kleinen und großen gesellschaftlichen Kämpfe, ob auf ideologischem oder ökonomischem Gebiet, können nur als Folgen dieses Interessengegensatzes und damit als Klassenkampf wirklich begriffen werden.
Ist es denn nicht Ausdruck des Klassenkampfes, wenn Geld für Rüstung und Militär, für das Führen von Kriegen im Interesse des heimischen Kapitals ausgegeben wird, während wir für bessere Bildung, Gesundheit oder Altersversorgung auf die Straße gehen?
Ist es nicht Ausdruck des Klassenkampfes, wenn rechte Hetzer wie die AfD versuchen, die Bevölkerung entlang von Nationalität, Geschlecht oder Religionszugehörigkeit zu spalten, ihre Ängste, im Klassenkampf unter die Räder zu geraten, in systemkonforme Bahnen lenken, während wir uns für Solidarität und Menschlichkeit einsetzen?
Und ist es nicht auch und vor allem Ausdruck des Klassenkampfes, dass die schier unglaublichen Möglichkeiten des erreichten technologischen und wissenschaftlichen Niveaus nicht planmäßig im Interesse aller Mitglieder der Gesellschaft genutzt werden, sondern im systemimmanenten Streben nach Maximalprofit nicht nur verkümmern, sondern sogar mehr und mehr unseren Planeten zerstören?
Dass sich Form und Intensität dieses Kampfes im Laufe der Geschichte fortwährend verändern und wir diese Veränderungen selbstverständlich umfassend berücksichtigen müssen, kann und darf doch nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Wesen dieses Kampfes allen auf kapitalistischen Produktionsverhältnissen basierenden Gesellschaften gemein ist. Nur die Umwälzung dieser Produktionsverhältnisse, die Enteignung der Kapitalisten zugunsten der Masse der arbeitenden Bevölkerung, wird den Weg frei machen für eine Gesellschaft jenseits dieser Kämpfe und all dem damit verbundenen Leid. Nur eine sozialistische Revolution kann daher das Ziel all unserer jetzigen Kämpfe sein.
Doch was hat die arbeitende Bevölkerung eigentlich der geballten Medienmacht der herrschenden Klasse, dem staatlichen Repressionsapparat und der wirtschaftlichen Abhängigkeit von den Besitzern der Banken und Konzerne entgegenzusetzen?
Ihre zahlenmäßige Stärke, ja, aber wenn das allein schon ausreichen würde, wäre der Kapitalismus längst Geschichte. Die an sich vorhandene theoretische Kraft aufgrund der zahlenmäßigen Überlegenheit wird erst zu einer tatsächlichen, einer praktischen Kraft, wenn sich die Arbeiterklasse ihrer gesellschaftlichen Stellung und ihrer historischen Aufgabe bewusst wird. Diesbezüglich war es die große, die welthistorische Leistung von Karl Marx, zusammen mit seinem Freund und Kampfgefährten Friedrich Engels, die Stellung der Arbeiterklasse in der Gesellschaft und ihre darauf basierende Rolle als Totengräber des Kapitalismus wissenschaftlich herausgearbeitet zu haben. Sie haben das Ziel einer gerechten, von Ausbeutung freien Gesellschaft aus seinem Dasein als bloße Wunschvorstellung oder abstrakte Utopie herausgerissen und den Weg dorthin auf eine wissenschaftlich fundierte Grundlage gestellt. Der Marxismus ermöglicht es uns Kommunisten und Kommunistinnen auch heute die gesellschaftlichen Verhältnisse, die gegenwärtigen Klassenkämpfe so zu begreifen, dass wir darauf aufbauend eine Strategie zur Überwindung des Kapitalismus entwickeln können. Ohne eine marxistische Weltanschauung werden die unzähligen Erscheinungen des modernen Kapitalismus hingegen in ihrer Gesamtheit ein Rätsel bleiben und keine objektive Notwendigkeit wird von selbst eine sozialistische Revolution herbeiführen. Somit ist die Aussage völlig gerechtfertigt, dass der Marxismus als eine Anleitung zum Handeln die entscheidende Waffe im Kampf aller Ausgebeuteten gegen die Profiteure des bestehenden Systems ist.
Doch es heißt, sich diese Waffe nehmen zu lassen, wenn die bürgerliche Geschichtsauffassung über die sozialistischen Staaten des 20. Jahrhunderts einfach übernommen wird, statt die Gründe für ihr Scheitern marxistisch zu analysieren. Wer behauptet, dass Gesellschaften, in denen die Produktionsmittel gemeinschaftliches Eigentum waren, es ein Recht auf Arbeit, kostenlose Bildung und Gesundheit gab und weltweit antikoloniale Befreiungskämpfe unterstützt wurden, nichts mit Marx zu tun oder gar seinen Namen missbraucht hätten, der hat sich ideologisch entwaffnen lassen. Dass die DDR die bisher größte Errungenschaft der deutschen Arbeiterbewegung ist und 1989 eine Konterrevolution stattfand, sind Tatsachen, deren Anerkennung auch für das Führen der heutigen Kämpfe von grundlegender Bedeutung sind.
Es heißt ebenfalls sich die Waffe des Marxismus nehmen zu lassen, wenn wir das langfristige Ziel, die Aufhebung des Grundwiderspruchs der heutigen Gesellschaft, aus den Augen verlieren und unzählige vereinzelte Kämpfe führen, ohne sie in einen größeren Zusammenhang einzubetten. So wichtig es ist, Reformkämpfe als Schlüssel zur Schaffung von Klassenbewusstsein und damit dem Kampf für den Sozialismus zu begreifen, so wichtig ist auch die Einsicht, dass dieser Schlüssel jeglichen Wert verliert, wenn man nicht weiß, wo die Tür mit dem dazugehörigen Schloss ist.
Der Marxismus ist aber nicht nur Waffe, sondern auch Selbstbewusstsein der arbeitenden Bevölkerung. Der französische Schriftsteller Andre Malraux schrieb einmal, dass es kein Selbstbewusstsein für jemanden geben kann, der 12h am Tag arbeitet, ohne zu wissen, wofür er das tut. Diese Aussage verliert nichts an ihrer Gültigkeit, auch wenn die 12 durch eine 8 ersetzt wird. Wirkliches Selbstbewusstsein kann für alle Lohnabhängigen nur aus der Einsicht entspringen, Teil jener Kraft zu sein, der die historische Aufgabe zufällt, den Kapitalismus zu stürzen und eine Gesellschaft zu errichten, die weder Klassen noch Ausbeutung kennt.
Den Arbeitern und Arbeiterinnen den Weg zu dieser Einsicht geebnet zu haben, dafür gilt es Karl Marx an seinem 200. Geburtstag zu danken. Das einzig sinnvolle Geschenk für einen seit über 130 Jahren Verstorbenen stellt die Auseinandersetzung mit seinen Werken dar. Machen wir ihm dieses Geschenk, in unserem wie in seinem Interesse, dann werden wir eines Tages seinen Geburtstag auch wieder in einem sozialistischen Deutschland feiern können. Denn wie sagte Brecht einst so treffend: „Wer seine Lage erkannt hat, wie soll der aufzuhalten sein?“
In diesem Sinne: Hoch lebe Marx! Hoch lebe der Kampf aller Unterdrückten für eine sozialistische Gesellschaft!

Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Genossinnen und Genossen,

 

Ich halte heute die Rede für die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) Trier.

Die Welt ist im Ungleichgewicht.

Auf der einen Seite der Welt verelenden, verhungern Menschen. Sie sterben, weil sie von grundlegendenden zivilisatorischen Fortschritten ausgeschlossen sind, sei es die Versorgung mit sauberem Trinkwasser, der Zugang zu Medikamenten oder der Schutz vor Naturgewalten. Nicht selten endet auch der Versuch, diesen Ausschluss mittels Flucht zu überwinden, tödlich.

Auf der anderen Seite der Welt werden täglich Tonnen von Lebensmitteln wegen Überproduktion weggeworfen, Patente auf lebensrettende Medikamente angemeldet und von dort aus imperialistische Kriege geführt, um den Markt für das heimische Kapital zu erweitern.

Dass Hunger, Elend und Krieg für Millionen Menschen Alltag ist , darf nicht zum Teil einer Aufzählung, zur bloßen Phrase werden. Es darf uns nicht nur „nachdenklich machen“ oder gar „ekeln“. Es darf nicht zur Randbemerkung in Zeitungen oder Nachrichten werden, wenn hunderte, tausende Menschen wegen Hunger, Elend und Krieg oder auf der Flucht an den EU-Außengrenzen auf dem Land oder Seeweg sterben, weil sie zufällig woanders geboren sind.
Wir müssen die Ursachen für diese unhaltbaren Zustände analysieren und darauf aufbauend handeln.

Aber auch in einem der reichsten Länder der Welt ist nicht alles in Butter. In der Bundesrepublik Deutschland besteht einer der größten Niedriglohnsektoren in ganz Europa, die Kinderarmut ist weiter hoch, die Schere zwischen Arm und Reich wächst, die Arbeitslosigkeit bleibt (trotz gefälschter Zahlen) hoch, in manchen Regionen, vor allem in der ehemaligen DDR, ist fast jeder Vierte arbeitslos.

Auch die Repression (wie zum Beispiel durch die Änderung des bayerischen Polizeigesetzes) nimmt drastische Ausmaße an und mit Horst Seehofer als Bundesinnenminister wird uns fortschrittlichen Kräften noch eine harte Zeit bevorstehen. Aber wir werden uns wehren! Wir werden uns gemeinsam wehren gegen die zunehmende Überwachung derer, die sich gegen Rassisten und Kriegstreiber stellen, wir werden uns wehren gegen die Kriminalisierung fortschrittlicher kurdischer Organisationen, wir werden uns wehren gegen Berufsverbote, wir werden uns wehren gegen die Angriffe des Innenministeriums!

Nicht wenige Menschen suchen Antworten auf die Folgen des Kapitalismus und laufen dabei den Rattenfängern von NPD, III.Weg und AfD direkt in die Arme. Diese versuchen vornehmlich Migrantinnen und Migranten und allen, die nicht in ihre Zigarrenschachtelwelt passen, die Schuld an allem Übel zu geben. Dabei bedienen sie ausschließlich die Interessen der herrschenden Klasse, der Bourgeoisie, indem sie versuchen die Arbeiterklasse durch Sexismus, Homo- und Transphobie und Rassismus zu spalten und wie die AfD zb Rentenkürzungen, Lohnkürzungen, eine Abschaffung des Mindestlohns, Abschaffung der Reichen- und Erbschaftssteuer und radikale Einschnitte in die Rechte von Arbeiter*innen und Gewerkschaften fordern.

Wer von der Spaltung der Arbeiterklasse, die die Rechten betreiben, profitiert sind große Banken und Konzerne. Wer daran verdient, dass Menschen ausgebeutet werden, ist die herrschende Klasse, sind die Kapitalisten.
Aber nicht das Ersetzen des einen Kapitalisten durch einen anderen oder eines vermeintlich besseren löst die aufgezählten Probleme, sondern nur die Abschaffung, die Überwindung, die Zerstörung des Kapitalismus!!

Die AfD hat bei den vergangenen Betriebsratswahlen im Frühjahr sogar versucht in großen Betrieben mit eigenen, rechten Listen anzutreten, um im Betriebsrat und im gesamten Betrieb ihre menschenverachtende Ideologie und die Interessen der Unternehmensleitungen besser durchsetzen zu können. Leider teilweise mit Erfolg. Der DGB hat gut daran getan sich diesem blau-braunen Spuk in den Weg zu stellen und offen gegen die AfD-Listen aufzutreten. Jüngster Erfolg dieser antirassistischen Politik des DGBs ist die Reaktion der streikenden IG-Metaller beim Besuch von Bernd Höcke vor ihren Werkstoren von Opel in Eisenach. Sie haben ihn und den Versuch einer nationalistisch-völkischen Instrumentalisierung ihrer Sache davongejagt! Eine Reaktion, an der sich alle Betriebe ein Beispiel nehmen können.
Wir müssen als fortschrittliche Kräfte rein in die Jugendausbildungsvertretungen und in die Betriebs- und Personalräte und gemeinsam mit den DGB-Gewerkschaften diesem Spuk ein Ende setzen!

Gemeinsam gegen Rechts einzustehen heißt, als Lehre aus der Zeit des Faschismus in Deutschland, auch Bündnisse zu schmieden. Heißt es auch Bündnisse mit Parteien und Organisationen einzugehen, die man ansonsten auf‘s Schärfste kritisiert. Dazu gehören für uns Linke in jedem Fall auch die SPD und die Grünen. Diese beiden Parteien haben in ihrer gemeinsamen Regierungszeit ab 1998 die erste Beteiligung Deutschlands an einem Angriffskrieg seit ´45 durchgesetzt und Hartz IV eingeführt. Die SPD ist für die Asylrechtsverschärfungen in den 90ern und beide Parteien für die letzten Asylrechtsverschärfungen mitverantwortlich. Das ist alles nicht zu entschuldigen. Und trotzdem müssen wir zusammen gegen die Rechten von AfD bis NPD demonstrieren und kämpfen und da ist es wirklich der falsche Schluss sich von uns als Kommunistinnen und Kommunisten, wie es die SPD im Rheinland-Pfälzischen Landtag getan hat auch in der Arbeit gegen Rechts zu distanzieren. Ich bitte jedoch darum uns nicht falsch zu verstehen – auch wir distanzieren uns hiermit in aller Form von der SPD! Aber in der Arbeit gegen Rechts werden wir trotzdem weiter mit ihnen zusammenarbeiten!

Dieses System vermeintlich zu verbessern oder Kleinstkämpfe in parlamentarischen, lokalen Gremien zu gewinnen, kann nicht das Ziel unserer Arbeit vor Ort sein. Vielmehr müssen wir durch unsere Arbeit die bestehenden Klassenwidersprüche und die Möglichkeiten ihrer Aufhebung aufzeigen. Der Kampf um Reformen muss auf allen Ebenen eingebettet sein in eine Strategie, die auf die Aufhebung des Grundwiderspruches dieses Systems, dem zwischen Kapital und Arbeit, abzielt. Denn es führt kein Weg daran vorbei – der Kapitalismus gehört abgeschafft!

Zur Analyse dieses Systems hat der in Trier geborene Karl Marx mit seinem Freund und Kampfgefährten Friedrich Engels ein umfangreiches Werk verfasst, dass es uns möglich macht das System der Ausbeutung im Kapitalismus zu verstehen und dagegen zu arbeiten. Eine der zentralen Schlussfolgerungen von Marx ist, dass sich die arbeitende Bevölkerung politisch organisieren muss und dass es die Aufgabe dieser politischen Organisation ist, der Arbeiterklasse ihre gesellschaftliche Stellung und ihre historische Mission bewusst zu machen. In diesem Sinne stehen wir Kommunistinnen und Kommunisten ganz bei ihm, wenn er sagt „die Proletarier haben nicht zu verlieren außer ihrer Ketten – sie haben eine Welt zu gewinnen“!

Diese Rede ist keine Sonntagsrede, wie nicht wenige Sozialdemokraten sie gerne bei Wahlkampfveranstaltungen oder gerade am 1.Mai halten und einen Tag später nichts mehr davon wissen wollen. Wir meinen das ernst! Wir lesen und diskutieren Texte von Marxistinnen und Marxisten. Wir haben in den letzten Jahren Texte und Bücher von Marx, Engels, Lenin, Rosa Luxemburg und Georgi Dmitroff gelesen. Wir haben Arbeiterinnen und Arbeiter beim 24h-Streik der IG Metall bei Bilstein unterstützt und dieses wunderbare Fest mitorganisiert.

In 6 Tagen, am 5.Mai 2018, dem 200. Geburtstag von Karl Marx werden wir ganz im Sinne des berühmtesten Sohns dieser Stadt gemeinsam mit der Deutschen Kommunistischen Partei, der Linkspartei und der Linksjugend [solid] eine große antikapitalistische Demonstration begehen, zu der wir Euch herzlich einladen. Ab 13Uhr findet dann eine wunderbare Konferenz von SDAJ und DKP im Bürgerhaus Trier-Nord statt, bei der es um eine Auseinandersetzung mit Marx‘ Werk auch aus der Sicht von engagierten Gewerschafterinnen, dem Botschafter Kubas und vieler anderer Menschen geht. Wir würden uns auch hier freuen, einige von Euch dort wieder zu treffen! Es lohnt sich!

Wir wollen gemeinsam heute mit Euch daran erinnern, dass wir im Kapitalismus leben, dass er die Wurzel des Problems ist und mit Euch dafür kämpfen, wie Marx es gesagt hat, „alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist.“

Nieder mit dem Kapitalismus!

Aufruf des Marxbündnis zur Demo am 05.Mai 2018:

 

Am 200. Geburtstag von Karl Marx wollen wir seiner revolutionären Theorie folgend eine
breit aufgestellte, antikapitalistische Demonstration in seiner Geburtsstadt veranstalten.

Wir wollen diesen 5. Mai 2018 zum Anlass nehmen, ein Zeichen zu setzen.
Ein Zeichen dafür, dass Widerstand gegen ein System, welches täglich entfremdet,
unterdrückt und tötet genauso notwendig ist wie vor 200 Jahren.

Ein Zeichen dafür, dass es auch heute nicht reicht, den Kapitalismus nur zu kritisieren, nur
eine gerechtere Verteilung zu fordern oder gar an der Perfektionierung seiner
notwendigerweise beschränkten demokratischen Hülle zu werkeln.
Ein Zeichen dafür, dass unser Handeln darauf ausgerichtet sein muss, alle gegenwärtigen
Kämpfe zu nutzen, um auf eine grundlegende Umwälzung der Produktionsverhältnisse,
des materiellen Fundaments des Kapitalismus, hinzuarbeiten.

Und schließlich wollen wir deutlich machen, dass unser Ziel – der Aufbau eines Systems,
indem die Grundlagen für die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen beseitigt
sind – nur im konsequenten Kampf gegen jene, die vom Kapitalismus und damit von
Elend, Hunger und Krieg profitieren, erreicht werden kann.

Es waren Karl Marx und sein Kampfgefährte Friedrich Engels, die uns mit dem
wissenschaftlichen Sozialismus das Werkzeug in die Hand gaben, um unsere
gegenwärtigen Verhältnisse so zu analysieren und zu begreifen, dass wir daraus eine
fortschrittliche und damit zwangsläufig revolutionäre Praxis entwickeln können.

Wir wollen euch hier und heute dazu aufrufen, dieses Werkzeug in die Hand zu nehmen.

Ohne revolutionäre Theorie, keine revolutionäre Praxis – ohne marxistische
Weltanschauung, kein Sozialismus!

Schluss mit Krieg, Diskriminierung und Ausbeutung!

Seid mutig – nieder mit dem Kapitalismus!

 

Unterstützt wird die Demo von:

  • Sozialistische  Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ)
  • Deutsche Kommunistische Partei (DKP)
  • DIE LINKE.
  • Linksjugend [’solid]
  • Linksfraktion im Trierer Stadtrat

 

Los geht’s um 9:30Uhr am Trierer Viehmarktplatz! Wir zählen auf Euch! 🙂

Vor zweihundert Jahren, am 5. Mai 1818, wurde Karl Marx in Trier geboren. Angesichts des Elends des aufstrebenden Kapitalismus entschied er sich dafür, für die Ausgebeuteten Partei zu ergreifen. Gemeinsam mit Friedrich Engels entwickelte Marx eine neue Weltanschauung, den Marxismus, der die Welt veränderte.
Seit Marx wissen wir, dass der prägende Gegensatz unserer Gesellschaft die Herrschaft des Kapitals über diejenigen ist, die vom Verkauf ihrer Arbeitskraft leben müssen. Das bleibt bis heute gültig – ob mit oder ohne Tarifvertrag, ob in Leiharbeit oder Scheinselbstständigkeit. Auf der einen Seite – bei den Banken und Konzernen – sammelt sich immer mehr Reichtum an, während auf der anderen Seite unser Leben immer mehr von Leistungsdruck, Angst und drohender Armut geprägt ist. Klassenkämpfe prägen unsere Gesellschaft bis heute. Die Herrschenden verfolgen das Interesse, diese Ordnung beizubehalten. Sie schenken uns nichts. Daher werden wir eine Gesellschaft, die uns ein besseres Leben ermöglicht, nur im Kampf gegen die kapitalistische Ordnung erreichen können. Wir wollen nicht nur ein paar Krümel. Wir wollen die ganze Bäckerei! Doch ohne uns politisch zu organisieren, werden wir sie nicht bekommen. Auch das hat Marx erkannt und damals den Bund der Kommunisten mitgegründet. Diese Ideen behagen den Herrschenden, ihren Schreiberlingen und Politikern bis heute nicht. Was tun mit diesem lästigen Marx? Ignorieren kann man ihn nicht, ihn Kapitalismus-kompatibel zu machen, ist unmöglich, wenn man ihn nicht verfälschen will. Da scheint es am Einfachsten, den Marxismus für gescheitert oder für veraltet zu erklären.
Als Kommunistinnen und Kommunisten sehen wir das natürlich anders: Marx ist nicht von gestern – er weist in die Zukunft. Wenn du auch davon überzeugt bist, dass der Kapitalismus das Problem ist und nicht die Lösung – dann laden wir Dich zu unseren Veranstaltungen in Marx‘ Geburtsstadt ein.
Dort wollen wir fragen: Was bleibt von Marx? Was bedeutet Klassenkampf im Jahr 2018? Wofür sich organisieren, und wie? Was geht, wenn (fast) nichts geht?
Und wir wollen den Marxismus feiern: Die 200 Jahre, die sein Urheber auf dem Buckel – und vor allem die Zukunft, die er vor sich hat.
Lernen, diskutieren und feiern wir gemeinsam.

Hoch soll er leben!

[Weitere Infos folgen hier oder unter http://marxgeburtstag.de/ – Stay tuned!]

Hinweis: An diesem Wochenende wird es in Trier zahlreiche Veranstaltungen geben. Wir raten, sich früh um eine Unterkunft zu kümmern!

Veranstaltungsplan:

FREITAG, 4.MAI

Veranstaltungshinweis:

Filmvorführung „Mohr und die Raben
von London“: Die Linkspartei zeigt den DEFA-Kinder- und Jugendfilm „Mohr und die Raben von London“. (1969, 95min). Ein toller Film über Karl Marx, Klassenkämpfe und den Widerstand von arbeitenden Kindern im London des Jahres 1956. Vorführung im Broadway Filmtheater (Paulinstraße 18, Trier-Nord)

– ab 20Uhr: – „Ein Prost auf Marx!“
Für all diejenigen, die bereits am Freitag nach Trier anreisen öffnet der Infoladen ( Komplex – Infoladen Trier , Hornstraße
7, Trier-West) seine Tore und seinen Tresen. Gute Musik inklusive!

SAMSTAG, 5.MAI

– Ab 9:30Uhr: An Karl Marx‘ Geburtstag haben wir uns mit anderen
Organisationen zusammengeschlossen, um eine antikapitalistische Demonstration, vorbei an wichtigen Punkten seiner Geburtsstadt, zu begehen! Treffpunkt ist um 9:30Uhr am Viehmarktplatz.

– Gegen 11:00Uhr findet am Porta-Nigra-Platz die Abschlusskundgebung statt.

KONFERENZ: MARX HAT ZUKUNFT
Bürgerhaus Trier- Nord e.V. (Franz-Georg-Straße 36, 54292 Trier-Nord)

– Ab 13Uhr – „Der ganze Marx in einer knappen Stunde“
Gemeinsam wollen wir herausfinden, was eigentlich hinter diesem „Marxismus“ steckt, von dem immer alle reden. Wo
kommt er her, was beinhaltet er und welche Bedeutung hat er für uns heute? Für all diejenigen, die sich einen ersten Überblick verschaffen wollen!

– Ab 14:30Uhr – „Der Marxismus, Wissenschaft des Klassenkampfes“
Marx entdeckte, dass sich die menschliche Gesellschaft als eine Geschichte von Klassenkämpfen entwickelte. Überhaupt war der Begriff vom Klassenkampf für ihn zentral. Wir wollen diskutieren, wie aktuell er heute noch ist. Daniel Bratanovic (junge Welt) legt dar, warum es keinen Marx ohne Klassenkampf geben kann und keinen Klassenkampf ohne Marx geben sollte. Ein Vertreter der Kubanischen Botschaft (angefragt) spricht über die Bedeutung des Marxismus in der Kubanischen Revolution. Jan von Hagen (DKP Essen und bei ver.di NRW zuständig für den Kampf um Personalbemessung in den Krankenhäusern) erklärt, warum Gesundheit eine Klassenfrage und der Kampf um die Personalbemessung Klassenkampf ist.

– Ab 16:15Uhr – „Dem Morgenrot entgegen – warum es nicht reicht, das Bestehende abzulehnen“
Was kommt eigentlich nach dem Kapitalismus, den wir alle so verabscheuen? Jürgen Lloyd gibt uns eine Einführung darin, was Marx‘ Theorie eigentlich mit dem Aufbau der neuen Gesellschaft – dem Sozialismus – zu tun hat und warum wir nicht immer nur gegen das Bestehende sein sollten, sondern genauso für das Zukünftige kämpfen müssen.

– Auch 16:15Uhr – „Was meint Karl, wenn er sagt „Proleten vereinigt euch!“?“
Karl Marx und Friedrich Engels stellten vor 170 Jahren im „Manifest der kommunistischen Partei“ die Losung auf: „Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“. Doch was ist eigentlich heutzutage ein Proletarier? Und wie vereinigen, mit wem? Wie wehren sich Proletarier und Kommunisten gegen die bestehenden Verhältnisse?

– Ab 17:15Uhr – „Marx wird Zukunft haben!“
Patrik Köbele (Vorsitzender der DKP) zu: Warum Rosa Luxemburg recht hatte, als sie von „Sozialismus oder Barbarei“ sprach und
was dafür spricht, dass Marx und der Sozialismus Zukunft haben
werden. Darüber wird gesprochen und diskutiert.

– Ab – 18:30Uhr
Sonja Gottlieb singt Arbeiter- und Friedenslieder

– Ab 19Uhr – Premierenlesung: „Eine Welt zu gewinnen – Karl Marx, der heutige Kapitalismus und wir“
Die SDAJ gibt anlässlich des 200. Geburtstags von Karl Marx (und ihrem eigenen 50. Geburtstag) eine Einführung in den Marxismus heraus. Es geht um Marx, selbst aber auch die Bedeutung seiner Theorie für all unsere Lebensbereiche und die Kämpfe, die die Bewegung in den letzten 100-120 Jahren geführt hat.

– Ab 20Uhr – „Musikandes“ singen traditionelle chilenische
und Widerstandslieder

SONNTAG, 6.MAI

– Ab 12Uhr – Stadtrundgang
Mit einem Rundgang entlang der Orte, an denen Marx in Trier seine Spuren hinterlassen hat und an denen antifaschistische Kämpfe und historisch wichtige Ereignisse vor, während und nach der NS-Zeit in Trier stattgefunden haben, wollen wir das Veranstaltungswochenende abschließen. (Treffpunkt: Porta Nigra)

Veranstaltungshinweis:
– 19Uhr – „Die Grenzgänger“ präsentieren: Die Lieder des jungen Karl Marx
Aus einer ungewöhnlichen Perspektive vertont die mehrfach preisgekrönte Gruppe Gedichte, die Marx während seiner Bonner
Studentenzeit schrieb, mit Musik zwischen Klassik, Jazz und virtuoser Straßenmusik. Premiere, in der TUFA Trier (Wechselstr. 4, 54290 Trier) absolut hörenswert!

Zum 200. Geburtstag des großen Vordenker des Sozialismus und Kommunismus Karl Marx wollen Kommunistinnen und Kommunisten eine Konferenz zu seinem Wirken und seiner bis heute gültigen Analyse des Kapitalismus in seiner Geburtsstadt Trier veranstalten.

Die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) und die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) veranstalten gemeinsam am 5. und 6. Mai 2018 ein Wochenende mit Aktionen, einer Konferenz und Konzerten! Auf der Konferenz wird mit verschiedenen Beiträgen auf die Aktualität von Marx‘ Werk – auch nach 200 Jahren – eingehen und sein Wirken in verschiedenen Teilen der Erde analysieren. Dazu werden Marxist*Innen referieren und diskutieren.

Seid dabei, diskutiert mit und feiert mit uns Karl Marx‘ Geburtstag!

[Weitere Infos folgen hier, auf Facebook oder unter http://marxgeburtstag.de/ – Stay tuned!]

#marxhatzukunft

Zum Gedenken an Hans Eiden hat die SDAJ am heutigen 06.12.2017 folgenden Redebeitrag in der Engelstraße gehalten:

 

 

Liebe Genossinnen und Genossen, liebe Freundinnen und Freunde,

Ich bin Mitglied der SDAJ, der sozialistischen deutschen Arbeiterjugend Trier. Wir wollen heute gemeinsam mit Euch dem Kämpfer im antifaschistischen Widerstand gegen das faschistische NS-Regime Hans Eiden gedenken. Hans Eiden war schon vor der Machtübertragung an die Nazis Kommunist und Mitglied der KPD geworden. Der Trierer wurde bereits 1929 Mitglied der Kommunistischen Partei und unterstütze sie in Trier maßgeblich weiter auch durch die schwerste Zeit, die die Kommunistische Bewegung in Deutschland wohl je erleben musste. Er blieb weiter der Überzeugung, dass die Kommunistinnen und Kommunisten die einzige Kraft waren, die die Probleme der Menschen dieser Zeit lösen und den aufziehenden Faschismus verhindern konnten. Ab ’33 wurden Anschläge, Verhaftungen und Deportierungen auf die jüdische Bevölkerung, Homosexuelle, Sinti und Roma, Menschen mit Behinderungen, aber natürlich auch auf Gegnerinnen und Gegner des Naziregimes wie SozialdemokratInnen und KommunistInnen zum Tagesgeschäft der Faschisten. So wurde auch Hans Eiden 1933 in sogenannte „Schutzhaft“ genommen und 1936 zum „Zuchthaus“ verurteilt.
Nachdem er seine Zeit im Zuchthaus abgesessen hatte, wurde er drei Monate auf freien Fuß gesetzt, 1939 wurde er jedoch in das Konzentrationslager Buchenwald deportiert, wo er 1944 Lagerältester wurde. Er war maßgeblich an der Selbstbefreiung des KZs beteiligt.

Wir danken auch heute noch den Alliierten Streitkräften für die Befreiung Deutschlands vom Hitlerfaschismus, allen voran der noch jungen Sowjetunion, die die Hauptlast des zweiten Weltkrieges zu tragen hatte.

Nach der Befreiung vom Faschismus reorganisierte Hans Eiden die Kommunistische Partei, die KPD in Trier und vertrat sie sogar als Abgeordneter im Rheinland-Pfälzischen Landtag.

Im Zuge massiven Drucks auf die Kommunistische Weltbewegung und den Hauptverbündeten der Arbeiterklasse weltweit, der Sowjetunion, wurden auch in der KPD für uns heute widersprüchliche Entscheidungen getroffen, die zwar heute schwer nachzuvollziehen, jedoch nicht losgelöst von der politischen Gesamtlage zu bewerten sind. Der Ausschluss Hans Eidens aus der KPD im Jahre 1948, zwei Jahre vor seinem Tod, zählt zu diesen Entscheidungen, welche sinnbildlich für die in einigen Fragen historisch bedingte Widersprüchlichkeit der damaligen kommunistischen Weltbewegung stehen.

Der ‚Schwur von Buchenwald‘ wurde zur Grundlage antifaschistischer Arbeit in der Bundesrepublik und Weltweit. Heute, 70 Jahre nach dem Ende des Faschismus in Deutschland, wird in Diskussionen innerhalb der Friedensbewegung die Selbstbefreiung Buchenwalds grundsätzlich in Frage gestellt und der bundesdeutsche Staat kriminalisiert aufrechte Antifaschistinnen und Antifaschisten, wie zum Beispiel im Urteil zur staatlichen Überwachung von Silvia Gingold, sogar den Schwur der Buchenwaldhäftlinge, weil er den ‚Nazismus mit seinen Wurzeln vernichten‘ will.
Wie Hans Eiden vor vielen Jahren, hier in dieser Stadt erkannt hat was zu tun ist, um die Lage der Menschen in Trier, Deutschland und der Welt zu verbessern, so haben wir es heute erkannt. Der Kapitalismus ist das Übel der Welt, verantwortlich für Ausbeutung, Hunger, Elend und Krieg. Dieses Übel muss ohne Wenn und Aber überwunden werden. Das sind wir allen, die ihr Leben für den Kampf gegen den Faschismus gelassen haben schuldig.

Die Stadt Trier hat es bis zum heutigen Tage nicht geschafft, ihrem Sohn ein angemessenes Andenken zu schaffen. Eine kleine Plakette erinnert (hier) an seinem Geburtsort an ihn. Nicht eine Straße, nicht ein Platz ist diesem ruhmreichen Antifaschisten gewidmet. Lieber wird in der Stadt ein Platz nach dem Antisemiten Martin Luther, noch immer eine Straße nach Hitlers Steigbügelhalter Hindenburg und eine Brücke nach dem Kriegstreiber Kaiser Wilhelm benannt, statt nach einem aufrechten Gegner des Faschismus. Wir fordern hier und heute von der Stadt Trier und dem Land Rheinland-Pfalz einen ehrenvollen Umgang mit unserem Vorbild im antifaschistischen Kampf, Hans Eiden und die Wiederbelebung des nach der Konterrevolution 1989/’90 von den Grünen eingeführten Hans-Eiden-Preises. Aber Stadt und Land sind lediglich dazu bereit sich mehr oder weniger lobend mit Kritikern des Kapitalismus auseinander zu setzen, wenn am Ende dabei Einnahmen für die Stadtkasse oder den Einzelhandel raus springen, wie das Karl-Marx-Jahr 2018 noch beweisen wird.

Wir stehen als Kommunistinnen und Kommunisten in Trier in der Tradition von Andreas Hoevel, Orli und Willi Torgau, Matthias Thesen und auch Hans Eiden.

Wie sie stehen wir zu den Worten, die der wohl bekannteste Trierer, Karl Marx, gemeinsam mit Friedrich Engels am Ende des „Manifest der Kommunistischen Partei“ festhielt:

„Die Proletarier dieser Welt haben nichts zu verlieren als ihre Ketten. Sie haben eine Welt zu gewinnen. Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“

 

Aus dem Aufruftext der Sozialistischen Jugend – die Falken Trier

Anlässlich des Todestages von Hans Eiden findet im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe „Gegen das Vergessen- …dass Auschwitz nicht noch einmal sei!“ am 6. Dezember 2017 eine Gedenkdemonstration statt. Los geht es um 18:30 Uhr am Trierer Rathaus, von wo aus wir gemeinsam zum Hans Eiden Mahnmal in der Engelstraße gehen werden.

Wer war Hans Eiden?

Hans Eiden war ein kommunistischer Widerstandskämpfer aus Trier. Er engagiert sich in der Kommunistischen Partei Deutschlands und in deren Nebenorganisation Kampfbund gegen den Faschismus. Nach der Machtübernahme der Nazis 1933 wurde er für drei Jahre in ‚Schutzhaft‘ genommen. Nach drei weiteren Jahren im Zuchthaus wurde Eiden 1939 in das Konzentrationslager Buchenwald deportiert. Dort musste er bis zur Selbstbefreiung des Lagers im April 1945 bleiben. An dieser war er als Lagerältester maßgeblich beteiligt. Er koordinierte den Widerstand im Lager und organisierte nach seinen Möglichkeiten den Schutz seiner Mitgefangenen. Seine Stimme war es schlussendlich auch, die den etwa 21000 Überlebenden im Lager die Flucht des Großteils der SS-Wachmannschaften verkündete.

Warum gedenken?

Für uns ist Hans Eiden ein Vorbild. Sein unerschöpflicher Widerstand gegen den Nationalsozialismus, dem so viele ihr Leben verdankten, ist mehr als beeindruckend. Seine Vorstellung einer Welt frei von Faschismus und Menschenverachtung hat er niemals aufgegeben. Darum, und auch weil wir diesen Traum teilen, setzen wir uns für ein Gedenken an Hans Eiden in seiner Heimatstadt Trier ein.

Ein solches Gedenken findet in Trier kaum statt. Am 6. Dezember 1995 (also ganze 45 Jahre nach seinem Tod) wurde ein Mahnmal zu Ehren Hans Eidens vor dessen Geburtshaus in der Engelstraße errichtet. Darüber hinaus erinnerten vereinzelt Initiativen an ihn und sein Leben. Dennoch ist sein Name nur den wenigsten Menschen in Trier geläufig. Die Demonstration am 6. Dezember möchten wir daher auch nutzen um darüber nachzudenken wie eine angemessene Erinnerungskultur aussehen kann.

Kommt zur Gedenkdemonstration am 6. Dezember 2017 um 18:30 Uhr am Trierer Rathaus! Gegen das Vergessen- …dass Auschwitz nicht noch einmal sei!

Unterstützer*innen:
– Ak Trier im Nationalsozialismus der AG Frieden Trier
– Für ein buntes Trier, gemeinsam gegen Rechts
– Kosmopolitische Plattform – Trier
– Multikulturelles Zentrum Trier
– SDAJ Trier
– SJD – Die Falken Rheinland-Pfalz

wir dokumentieren die Rede der SDAJ Trier zur Demonstration gegen die AfD-Kundgebung vor der Porta Nigra am 01.09.2017:

 

Liebe Freunde und Freundinnen, liebe Antifaschisten und Antifaschistinnen,

seit mittlerweile fast vier Jahren hetzt die selbsternannte „Alternative für Deutschland“ nun schon gegen Flüchtlinge, Muslime, Arbeitslose oder Linke. Obwohl sie bisher an keiner einzigen Regierung beteiligt waren, könnte man fast meinen, dass sich die Bilanz ihrer Arbeit durchaus sehen ließe:
Während in ganz Deutschland Flüchtlingsunterkünfte brannten, beschloss die Bundesregierung die größte Asylrechtsverschärfung seit über zwanzig Jahren. Selbst nach Afghanistan, wo es fast täglich zu Anschlägen oder Kriegshandlungen kommt und das regelmäßig als gefährlichstes Land für Frauen weltweit gelistet ist, wurde und wird abgeschoben.

Während in den Jahren 2015 und 2016 zusammen weit mehr als 8000 Menschen bei der Flucht übers Mittelmeer ums Leben kamen, schreckte die Bundesregierung zur Abwehr von Flüchtenden auch vor einem Pakt mit dem türkischen Präsidenten Erdogan nicht zurück, ungeachtet des blutigen Bürgerkrieges, den er gegen die kurdische Bevölkerung führt oder der Verfolgung jeglicher Oppositioneller und Andersdenkender in der Türkei. Der aktuelle Plan der größten EU-Länder besteht darin, Flüchtende bereits in Auffanglagern in Libyen festzusetzen, einem Land, in dem keine Regierung, sondern rivalisierende Milizen die Macht haben und dem schwerste Menschenrechtsverletzungen im Umgang mit Flüchtlingen vorgeworfen werden.
Sind das humane Antworten auf die Forderungen der AfD nach sicheren Grenzen und einer „Festung Europa“ oder ist das deren Umsetzung?
Statt der rechten Hetze offensiv zu begegnen, hat die herrschende Politik den „Linksextremismus“ als großes Feindbild ausgemacht. Während in Thüringen Tausende Nazis auf einem Rechtsrock-Konzert unter den Augen der Polizei ihren Hass verbreiten und mit ausgestreckten Armen „Sieg Heil“ brüllen durften, werden couragierte Antifaschistinnen und Antifaschisten, die sich an Demonstrationen oder Sitzblockaden beteiligen, fortwährend kriminalisiert. Erst vorgestern wurden in Düsseldorf zwei linke Aktivisten zu Geldstrafen in Höhe von insgesamt mehr als 8000€ verurteilt, weil sie zu einer Sitzblockade gegen die rassistische Partei der Republikaner aufgerufen haben sollen. Eine nicht minder rassistische Partei, die NPD, war dem BVerfG für ein Verbot zu unbedeutend. Aber um eine linke Internetplattform zu verbieten wurde schon mal ganz tief in die juristische Trickkiste gegriffen und die Betreiber kurzerhand zu einem Verein erklärt.

Wir als SDAJ zeigen uns solidarisch mit allen, die wegen ihres Eintretens gegen Rechts staatlicher Repression unterworfen werden!

Von Anfang an haben fortschrittliche Kräfte betont, dass soziale Ungerechtigkeit den Nährboden für die Demagogie der Rechten bildet. Wenn auch nach jahrzehntelanger Arbeit die Rente nicht zu einem würdigen Leben reicht; wenn sich immer mehr Menschen angesichts explodierender Mieten das Wohnen in vielen Städten nicht mehr leisten können; wenn Millionen Lohnabhängige zwei Jobs brauchen, um über die Runden zu kommen und wenn trotz rapide fortschreitender Digitalisierung die Arbeitsbelastung nicht sinkt, sondern im Gegenteil sogar noch zunimmt – dann läuft etwas falsch. Es tobt Klassenkampf und die Kapitalisten sind dabei zu gewinnen, wie es einst Warren Buffett formulierte. Obwohl es an Reichtum nicht mangelt, fehlt Geld an allen Ecken und Enden, nicht nur bei Renten und Löhnen, auch in Krankenhäusern, Schulen oder bei der Versorgung von Flüchtlingen. Diese Situation erzeugt zwangsläufig soziale Spannungen. Und es sind diese sozialen Spannungen, welche Demagogen wie die AfD ausnutzen, um Menschen nach Maßgabe ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe oder ihrer sexuellen Orientierung gegeneinander aufzuwiegeln. Die Antwort hierauf kann nur sein: Gemeinsamer Kampf um höhere Löhne, für die Anhebung des Rentenniveaus und die bessere Ausstattung von Schulen, Krankenhäusern und anderen öffentlichen Einrichtungen – Solidarität statt Spaltung!

„Fortschritt ist das Werk der Unzufriedenen“ schrieb einst völlig zutreffend der franz. Schriftsteller Jean-Paul Sartre. Und genau weil das so ist, haben die Profiteure eines alten, überkommenen Systems seit jeher versucht, die Unzufriedenen von ihrem Werk abzuhalten. Sie fürchten den Fortschritt, weil er den Verlust ihrer Privilegien und ihrer gesellschaftlichen Macht bedeuten würde. Die Profiteure des heutigen Systems, das sind die Besitzer der großen Banken und Konzerne; das sind jene, die sich den Großteil des produzierten Reichtums aneignen, obwohl sie selber nur eine verschwindend kleine Minderheit der Gesellschaft darstellen. Fortschritt würde bedeuten, die großen Konzerne in öffentliche Hand zu überführen und unter demokratische Kontrolle zu stellen; Fortschritt würde bedeuten der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen ein Ende zu bereiten und den gesellschaftlichen Reichtum im Sinne Aller einzusetzen. Fortschritt würde Sozialismus bedeuten!
Diesen Fortschritt versuchen die Herrschenden um jeden Preis zu verhindern. Daher ist es in ihrem Interesse, wenn die AfD die Unzufriedenheit der arbeitenden Bevölkerung kanalisiert, indem sie Minderheiten als vermeintlich Schuldige an den sozialen Missständen denunziert. Plumper Rassismus, Nationalismus und Sexismus dienen hierbei der AfD dazu, zu verschleiern, dass sie in Wirklichkeit die Privilegien des oberen 1%-s der Gesellschaft nicht im Geringsten antasten will. (Spitzenkandidatin Weidel bspw. ist ehem. Goldman Sachs – Bankerin und lehnt den Mindestlohn genauso ab wie Erbschafts- oder Vermögenssteuer.) Es ist die Aufgabe aller fortschrittlich denkenden Kräfte die AfD als das zu entlarven, was sind – die reaktionären Handlanger der herrschenden Klasse im Kampf gegen gesellschaftlichen Fortschritt!

Am heutigen Tage begehen wir auch den weltweiten Antikriegstag. Angesichts der zunehmenden Militarisierung Deutschlands und dem Anspruch, wieder mehr „Verantwortung in der Welt“ zu übernehmen, hat der Gedanke dieses Tages nichts an Aktualität verloren. Weltweit werden imperialistischen Kriege geführt, um die Wirtschaftsinteressen der großen Industrieländer durchzusetzen. Die Bundeswehr ist an unzähligen Orten in Afrika, Asien und Europa an Kriegseinsätzen beteiligt und spielt regelmäßig eine führende Rolle bei den riesigen Militärmanövern an der russischen Grenze. Bis 2030 will das Verteidigungsministerium 130 Milliarden Euro in militärische Ausrüstung investieren, gleichzeitig werden in groß aufgezogenen Werbekampagnen Jugendliche mit Sprüchen wie „Was sind schon 1000 Freunde im Netz gegen einen Kameraden?“ als Kanonenfutter rekrutiert. Wenn nun die AfD fordert, die Wehrpflicht wiedereinzuführen und die deutschen Streitkräfte so zu reformieren, dass diese auch für Einsätze „höchster Intensität“ bereit sind, dann ist das beängstigend, aber es ist letztlich nur die konsequente Fortsetzung der seit Jahren vorangetriebenen Militarisierung Deutschlands. Deswegen kann auch hier die Antwort nur darin bestehen, dem deutschen Imperialismus offensiv zu begegnen:
Stopp aller Auslandseinsätze und Militärmanöver
Austritt aus dem imperialistischen Kriegsbündnis NATO
Verbot von Bundeswehr-Werbung an Schulen, Universitäten und öffentlichen Plätzen
Verbot aller Rüstungsexporte
Abrüstung statt Militarisierung!

Doch am 1. September wird nicht nur dem Beginn des 2. Weltkriegs gedacht. Ebenso führte Adolf Hitler durch den Euthanasie-Erlass die Ermordung 100.000er behinderter und psychisch kranker Menschen herbei. Des Weiteren stellte er das Hören ausländischer Radiosender unter Strafe, was u.a. als „Vorbereitung zum Hochverrat“ geahndet wurde. Zwei Jahre später, ebenfalls am 1. September, trat die Polizeiverordnung in Kraft, welche die jüdische Bevölkerung zwang sich mittels des gelben Davidsterns zu kennzeichnen. Ausgerechnet der AfD, einer Partei in der Mitglieder höchste Parteiämter bekleiden, welche Auseinandersetzungen mit dem sogenannten afroarabischen Lumpenproletariat voraussagen, das Gedenken an den Holocaust infrage stellen, das Aussterben des deutschen Volkes beschwören und sogar die Entsorgung einzelner Menschen als legitimes Mittel ansehen…Ausgerechnet einer solchen protofaschistischen Partei wird hier an diesem Tage im Herzen Triers eine Plattform geboten.
Wir sagen: Gegen das Vergessen! Nie wieder Faschismus!

Viele Menschen sehen in einer starken EU die richtige Antwort auf den zunehmenden Nationalismus und Rassismus in der Gesellschaft. Wir von der SDAJ tun das nicht! Die Europäische Union ist ein Zusammenschluss kapitalistischer Staaten zur Wahrung ihrer Handels- und Wirtschaftsinteressen. Ihr Grundprinzip ist nicht Solidarität, sondern Konkurrenz. Schwächere Volkswirtschaften werden erbarmungslos niederkonkurriert und ihnen anschließend ein Verarmungsprogramm aufgezwungen, um angeblich ihre Wettbewerbsfähigkeit wiederherzustellen. Vermeintliche europäischen Werte wie „Weltoffenheit“ oder „Freiheit“ wirken wie blanker Hohn, wenn man sich die unmenschliche Abschottungspolitik an den EU- Außengrenzen ansieht. Keine noch so schön klingende Phrase vermag etwas daran zu ändern, dass die EU ein Instrument zur Konservierung kapitalistischer Eigentumsverhältnisse ist und dass der Kapitalismus nie ein weltoffenes, solidarisches oder menschliches System sein wird.

Es kann keinen bleibenden Erfolg haben, nur die skrupellosesten Verfechter der herrschenden Ordnung zu bekämpfen, ohne auch diese Ordnung selbst in Frage zu stellen. Ein Gesellschaftssystem, das alles und jeden der Logik des Profits unterwirft, das auf Konkurrenz und Ausbeutung beruht, wird immer wieder aufs neue die gesellschaftliche Grundlage reproduzieren, auf der die Hetze der AfD aufbaut: das Interesse der herrschenden Klasse an der Spaltung der arbeitenden Bevölkerung und der Wunsch der Unzufriedenen nach Veränderung in einem vermeintlich alternativlosen System.
Daher möchten wir euch dazu aufrufen:
Lasst euch nicht spalten, sondern kämpft gemeinsam für eure Interessen. Organisiert euch in der Gewerkschaft und setzt euch dort für fortschrittliche Positionen ein: Gegen Leiharbeit, für bessere Löhne und gegen Sozialpartnerschaft!

Organisiert euch in Friedensinitiativen und Mieterbündnissen, in der Schule, der Uni oder dem Betrieb: kämpft überall dort, wo ihr lebt und arbeitet, gegen die Logik des Profites, der Konkurrenz und der Entmenschlichung!
Rassismus, Nationalismus und Sexismus bekämpfen, heißt gegen den Kapitalismus, für gesellschaftlichen Fortschritt und für den Sozialismus zu kämpfen!

 

 

hier der Aufruf des Bündnisses „Buntes Trier gemeinsam gegen Rechts“, der von der SDAJ Trier unterstützt wird. Bitte kommt alle zur Kundgebung gegen die AfD!!!

TRIER: Kein Raum für Rassismus

Kundgebung am 01.09. 2017 ab 18.00 Uhr, Simeonstraße (Nähe Porta)

Die AfD plant am 01.09.2017 eine Wahlkampfveranstaltung an der Porta. Das wollen wir nicht unwidersprochen hinnehmen und rufen auf zur Kundgebung

„Trier: Kein Raum für Rassismus“

Die „Alternative für Deutschland“ (AfD) versucht, die politische Rechte in der Bundesrepublik neu zu erfinden. Ihrem inzwischen sehr starken rechtsextremen Flügel gelingt es Parolen im Stile der NPD salonfähig erscheinen zu lassen. Während sich viele Menschen in Deutschland für Frieden und Toleranz einsetzen, reden einzelne AfD-Vertreter*innen von Schießbefehlen an den EU-Außengrenzen, fürchten das Aussterben des „deutschen Volkes“, stellen das Gedenken an den Holocaust in Frage, versuchen die Errungenschaften der Frauen*bewegung ungeschehen zu machen, wollen die Rechte von Arbeitnehmer*innen und Erwerbslosen einschränken und mobilisieren gegen Geflüchtete, Homosexuelle, Regenbogenfamilien und sexuelle Bildung, Alleinerziehende und alle anderen, die nicht in ihr eindimensionales Weltbild passen oder die sie als Bedrohung empfinden.

 

Mit ihrer Strategie des kalkulierten Tabubruchs rückt sich die AfD nicht nur geschickt ins mediale Rampenlicht, sondern verstärkt insgesamt ein gesellschaftliches Klima der Ausgrenzung.

Wir sehen die vielen dringlichen Missstände in der Bundesrepublik und weltweit. Die neuen Zäune und Mauern in den Köpfen und an den Grenzen, das Gefühl der Unsicherheit der Menschen auch gefördert durch prekäre Beschäftigungen, welche Armut verursacht und nicht zuletzt die weltweiten Kriege, die dazu führen, dass Menschen ihre Heimat verlassen. Aber wir wissen: Die alten und die neuen Rechten sind Teil des Problems und nicht der Lösung. Wir werden uns an der Verbreitung ihrer Parolen nicht beteiligen. Wir wollen uns den Hetzern dieser Partei entgegenstellen. Lasst uns zusammen deutlich machen: Diese Partei ist sicherlich keine Alternative für dieses Land! Wir wollen ihren Einzug in den Bundestag verhindern!

Statt Sündenböcke zu suchen und die Schwächsten in der Gesellschaft gegeneinander auszuspielen, setzen wir auf Solidarität.
Wir wollen eine Welt, in der Menschen völlig unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem Geschlecht, ihrer sexuellen Orientierung und Religion friedlich zusammenleben können.
Wir stehen für Demokratie, Respekt und Vielfalt!

Kommt deshalb am 01.09.2017 um 17.00 Uhr zu unserer
Kundgebung in die Simeonstraße (Nähe Porta).

Lasst uns gemeinsam unüberhörbar Position beziehen für eine bunte, weltoffene Gesellschaft, Solidarität und Gleichberechtigung.

Hier gehts zur Facebookveranstaltung der Demo

Gruppen, die den Aufruf unterstützen möchten, schreiben bitte eine Mail an info@buntes-trier.org.

 

Aktuell (31.08.2017) Unterstützen diese Organisationen unseren Aufruf:

AG Frieden Trier
Aidshilfe Trier e.V.
Antiatomnetz Trier
Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) Trier
Autonomes Queerfeministisches Frauenreferat des AStA der Universität Trier
Bündnis 90/Die Grünen Stadtverband Trier
Bund der Deutschen Katholischen Jugend im Bistum Trier
Deutsche Friedensgesellschaft Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen Trier
Deutscher Gewerkschaftsbund Region Trier
Die Linke Stadtverband Trier
DKP Trier
FAOSE (Free Association of Syrian Expats)
Frauenhaus Trier
Junge europäische Förderalisten (JEF)
Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Bezirk Trier-Eifel/Mittelrhein
Katholische Studierende Jugend im Bistum Trier
Kosmopolitische Plattform – Trier
Linksjugend [’solid] Region Trier
Lokale Agenda 21
Multikulturelles Zentrum Trier e.V.
pro familia Trier e.V.
SCHMIT-Z e.V., schwul-lesbisches Zentrum Trier
SDAJ Trier
SJ – Die Falken Stadtverband Trier
SPD Queer Trier/Trier Saarburg
SPD Trier-Mitte/Gartenfeld
SPD Trier
Trierer Jusos
Vokü/Volxküche Trier

 

 

Aufruf zum Protest gegen das Atomwaffenlager in Büchel!

 

Erfolg

ist machbar!

Vor etwas mehr als 35 Jahren erfuhr die Öffent-
lichkeit von der Existenz riesiger Giftgaslager
der US-Armee. Ein Arsenal an Massenvernich-
tungswaffen mitten in der idyllischen Pfalz. Die
damalige Friedensbewegung nahm die Forde-
rung nach der sofortigen Schließung des Gift-
gaslagers und Abtransport der C-Waffen sofort
auf, der Widerstand wurde in der Region und da-
rüber hinaus mobilisiert. Eine ganz bedeutende
Rolle spielte hierbei der damalige DGB-Vorsit-
zende Julius Lehlbach. Mit gemeinsamer Kraft
konnten Friedens- und Gewerkschaftsbewe-
gung die Forderung durchsetzen!

Es war Julius Lehlbach, der auf der Straße
aber auch vor Gericht für die Sache kämpfte und
mit einer Beschwerde vor dem Bundesverfas-
sungsgericht die Bundesregierung unter Druck
setzte, sich in der NATO für die Forderung ein-
zusetzen. Die damalige Friedensbewegung hat
längst nicht alle Forderungen durchsetzen kön-
nen aber z.b. erreicht, das chemiewaffenfreie
Zonen durchgesetzt wurden. 1990 wurden die US-amerikanischen C-Waffenlager in der Pfalz aufgelöst.

85% sagen: Atomwaffen raus – wir auch.

Wir leben in einer Zeit, in der die Gefahr eines
Weltkrieges wächst, nicht zuletzt aufgrund von
Aggressionen seitens der NATO. Rheinland-Pfalz,
genau genommen der Fliegerhorst Büchel in
der Eifel, ist Schauplatz einer dieser Aggressio-
nen. Die Rede ist von der angestrebten Aufrüs-
tung von dort gelagerten US-Atomwaffen, die
im Kriegsfall im Rahmen der sogenannten „nuk-
learen Teilhabe“ an die Bundeswehr übergeben
werden sollen.
Laut Umfragen sprechen sich 85 % der deut-
schen Bevölkerung für einen Abzug der Atom-
waffen aus Deutschland aus. Diesem Wunsch
steht allerdings die NATO-Kriegspolitik entge-
gen. Die Bundesregierung macht keine Anstal-
ten, den im Jahr 2010 vom Bundestag getroffe-
nen Beschluss über den Abzug der Atomwaffen
umzusetzen. Während über die Existenz von
US-Atomwaffen in Deutschland ein Mantel des
Schweigens gelegt wird, beschloss die US-Re-
gierung, diese nicht abzuziehen, sondern sogar
zu modernisieren. Dabei sollen 70 Millionen
Euro aus deutschen Steuergeldern dazu ver-
wendet werden, den Luftwaffenstützpunkt Bü-
chel den Erfordernissen der für den atomaren
Erstschlag angepassten Bomben anzupassen.In Medien und Politik wird eine Bedrohung
Deutschlands durch Russland herbeifabuliert,
der angesichts der Unzuverlässigkeit des neu-
en US-Präsidenten mit eigenen EU- und sogar
deutschen Atomwaffen entgegnet werden
müsse. Wir Kommunisten warnen davor, dem
auf dem Leim zu gehen. Atomare Aufrüstung
schafft keinen Frieden, sie schafft Kriegsgefahr.
Die Antwort auf die aggressive US-amerikani-
sche Atompolitik kann nicht die Diskussion um
deutsche Atomwaffen sein.
Die einzige Lösung ist:
– Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland – jetzt!
– Schluss mit der deutschen „nuklearen Teilhabe“ am Atomwaffenarsenal der USA!
– NATO raus aus Deutschland – Deutschland raus aus der NATO!

Die Stationierung und Aufrüstung von Atom-
waffen in Deutschland und Europa ist Teil ei-
ner Gesamtstrategie. Die „nukleare Teilhabe“
Deutschlands ist dabei ein zentraler Hebel, die
militärische Potenz Deutschlands zu erhöhen
und gleichzeitig die Aufrüstung der Bundeswehr
voranzutreiben. Die Grundlage dafür bildet die
Mitgliedschaft Deutschlands in der NATO, von
der längst klar ist, dass sie kein Verteidigungs-
sondern ein Angriffsbündnis ist.

Büchel dichtmachen!

Im letzten Jahr hat sich die DKP im Rahmen der
Kampagne „Büchel ist überall – atomwaffenfrei
jetzt!“ an den Aktionswochen vor dem Flieger-
horst beteiligt, auf welchem die 20 US-Atom-
bomben eingelagert sind, welche im Kriegsfall
von Bundeswehrpiloten abgeworfen werden
sollen. In diesem Jahr ruft die DKP wieder zu Ak-
tionen vom 22. – 25. Juni 2017 in der Eifel auf.
Wir laden insbesondere die Menschen in Rhein-
land-Pfalz dazu ein, sich diesen Protesten anzu-
schließen. Es muss Schluss damit sein, dass un-
ser Bundesland als Flugzeugträger missbraucht
und zum Ausgangspunkt von aggressiven Pro-
vokationen wird. Unser Ziel lautet auch in die-
sem Jahr: Büchel dichtmachen!
Du möchtest Dich an der Aktion in Büchel vom
22. – 25. Juni beteiligen?

Einfach eine Mail an pv@dkp.de

Solidarisch demonstrieren mit der DKP die Nieuwe Communistische Partij-NCPN (Neue kommunistische Partei der Niederlande), PTB/PDA (Partei der Arbeit Belgiens), KPL – d’Kommunisten (Kommunistische Partei Luxemburgs)

außerdem werden neben der SDAJ auch die Jugendverbände Communistische Jongerenbeweging (Kommunistische Jugendbewegung der Niederlande), JCL – Déi jonk Kommunisten (Kommunistische Jugend Luxemburgs) und die Comac (Belgien, angefragt) teil.