Am Donnerstag, 26.Juli veranstaltet die DKP Trier und die SDAJ Trier ab 20Uhr einen Kubanischen Abend mit kubanischer Musik, Berichten, Diskussionen und schmackhaften Getränken.

Ihr seid herzlich eingeladen 🙂

Die Veranstaltung findet im Komplex – Infoladen Trier, Hornstraße 7 in Trier-West statt.

Vor zweihundert Jahren, am 5. Mai 1818, wurde Karl Marx in Trier geboren. Angesichts des Elends des aufstrebenden Kapitalismus entschied er sich dafür, für die Ausgebeuteten Partei zu ergreifen. Gemeinsam mit Friedrich Engels entwickelte Marx eine neue Weltanschauung, den Marxismus, der die Welt veränderte.
Seit Marx wissen wir, dass der prägende Gegensatz unserer Gesellschaft die Herrschaft des Kapitals über diejenigen ist, die vom Verkauf ihrer Arbeitskraft leben müssen. Das bleibt bis heute gültig – ob mit oder ohne Tarifvertrag, ob in Leiharbeit oder Scheinselbstständigkeit. Auf der einen Seite – bei den Banken und Konzernen – sammelt sich immer mehr Reichtum an, während auf der anderen Seite unser Leben immer mehr von Leistungsdruck, Angst und drohender Armut geprägt ist. Klassenkämpfe prägen unsere Gesellschaft bis heute. Die Herrschenden verfolgen das Interesse, diese Ordnung beizubehalten. Sie schenken uns nichts. Daher werden wir eine Gesellschaft, die uns ein besseres Leben ermöglicht, nur im Kampf gegen die kapitalistische Ordnung erreichen können. Wir wollen nicht nur ein paar Krümel. Wir wollen die ganze Bäckerei! Doch ohne uns politisch zu organisieren, werden wir sie nicht bekommen. Auch das hat Marx erkannt und damals den Bund der Kommunisten mitgegründet. Diese Ideen behagen den Herrschenden, ihren Schreiberlingen und Politikern bis heute nicht. Was tun mit diesem lästigen Marx? Ignorieren kann man ihn nicht, ihn Kapitalismus-kompatibel zu machen, ist unmöglich, wenn man ihn nicht verfälschen will. Da scheint es am Einfachsten, den Marxismus für gescheitert oder für veraltet zu erklären.
Als Kommunistinnen und Kommunisten sehen wir das natürlich anders: Marx ist nicht von gestern – er weist in die Zukunft. Wenn du auch davon überzeugt bist, dass der Kapitalismus das Problem ist und nicht die Lösung – dann laden wir Dich zu unseren Veranstaltungen in Marx‘ Geburtsstadt ein.
Dort wollen wir fragen: Was bleibt von Marx? Was bedeutet Klassenkampf im Jahr 2018? Wofür sich organisieren, und wie? Was geht, wenn (fast) nichts geht?
Und wir wollen den Marxismus feiern: Die 200 Jahre, die sein Urheber auf dem Buckel – und vor allem die Zukunft, die er vor sich hat.
Lernen, diskutieren und feiern wir gemeinsam.

Hoch soll er leben!

[Weitere Infos folgen hier oder unter http://marxgeburtstag.de/ – Stay tuned!]

Hinweis: An diesem Wochenende wird es in Trier zahlreiche Veranstaltungen geben. Wir raten, sich früh um eine Unterkunft zu kümmern!

Veranstaltungsplan:

FREITAG, 4.MAI

Veranstaltungshinweis:

Filmvorführung „Mohr und die Raben
von London“: Die Linkspartei zeigt den DEFA-Kinder- und Jugendfilm „Mohr und die Raben von London“. (1969, 95min). Ein toller Film über Karl Marx, Klassenkämpfe und den Widerstand von arbeitenden Kindern im London des Jahres 1956. Vorführung im Broadway Filmtheater (Paulinstraße 18, Trier-Nord)

– ab 20Uhr: – „Ein Prost auf Marx!“
Für all diejenigen, die bereits am Freitag nach Trier anreisen öffnet der Infoladen ( Komplex – Infoladen Trier , Hornstraße
7, Trier-West) seine Tore und seinen Tresen. Gute Musik inklusive!

SAMSTAG, 5.MAI

– Ab 9:30Uhr: An Karl Marx‘ Geburtstag haben wir uns mit anderen
Organisationen zusammengeschlossen, um eine antikapitalistische Demonstration, vorbei an wichtigen Punkten seiner Geburtsstadt, zu begehen! Treffpunkt ist um 9:30Uhr am Viehmarktplatz.

– Gegen 11:00Uhr findet am Porta-Nigra-Platz die Abschlusskundgebung statt.

KONFERENZ: MARX HAT ZUKUNFT
Bürgerhaus Trier- Nord e.V. (Franz-Georg-Straße 36, 54292 Trier-Nord)

– Ab 13Uhr – „Der ganze Marx in einer knappen Stunde“
Gemeinsam wollen wir herausfinden, was eigentlich hinter diesem „Marxismus“ steckt, von dem immer alle reden. Wo
kommt er her, was beinhaltet er und welche Bedeutung hat er für uns heute? Für all diejenigen, die sich einen ersten Überblick verschaffen wollen!

– Ab 14:30Uhr – „Der Marxismus, Wissenschaft des Klassenkampfes“
Marx entdeckte, dass sich die menschliche Gesellschaft als eine Geschichte von Klassenkämpfen entwickelte. Überhaupt war der Begriff vom Klassenkampf für ihn zentral. Wir wollen diskutieren, wie aktuell er heute noch ist. Daniel Bratanovic (junge Welt) legt dar, warum es keinen Marx ohne Klassenkampf geben kann und keinen Klassenkampf ohne Marx geben sollte. Ein Vertreter der Kubanischen Botschaft (angefragt) spricht über die Bedeutung des Marxismus in der Kubanischen Revolution. Jan von Hagen (DKP Essen und bei ver.di NRW zuständig für den Kampf um Personalbemessung in den Krankenhäusern) erklärt, warum Gesundheit eine Klassenfrage und der Kampf um die Personalbemessung Klassenkampf ist.

– Ab 16:15Uhr – „Dem Morgenrot entgegen – warum es nicht reicht, das Bestehende abzulehnen“
Was kommt eigentlich nach dem Kapitalismus, den wir alle so verabscheuen? Jürgen Lloyd gibt uns eine Einführung darin, was Marx‘ Theorie eigentlich mit dem Aufbau der neuen Gesellschaft – dem Sozialismus – zu tun hat und warum wir nicht immer nur gegen das Bestehende sein sollten, sondern genauso für das Zukünftige kämpfen müssen.

– Auch 16:15Uhr – „Was meint Karl, wenn er sagt „Proleten vereinigt euch!“?“
Karl Marx und Friedrich Engels stellten vor 170 Jahren im „Manifest der kommunistischen Partei“ die Losung auf: „Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“. Doch was ist eigentlich heutzutage ein Proletarier? Und wie vereinigen, mit wem? Wie wehren sich Proletarier und Kommunisten gegen die bestehenden Verhältnisse?

– Ab 17:15Uhr – „Marx wird Zukunft haben!“
Patrik Köbele (Vorsitzender der DKP) zu: Warum Rosa Luxemburg recht hatte, als sie von „Sozialismus oder Barbarei“ sprach und
was dafür spricht, dass Marx und der Sozialismus Zukunft haben
werden. Darüber wird gesprochen und diskutiert.

– Ab – 18:30Uhr
Sonja Gottlieb singt Arbeiter- und Friedenslieder

– Ab 19Uhr – Premierenlesung: „Eine Welt zu gewinnen – Karl Marx, der heutige Kapitalismus und wir“
Die SDAJ gibt anlässlich des 200. Geburtstags von Karl Marx (und ihrem eigenen 50. Geburtstag) eine Einführung in den Marxismus heraus. Es geht um Marx, selbst aber auch die Bedeutung seiner Theorie für all unsere Lebensbereiche und die Kämpfe, die die Bewegung in den letzten 100-120 Jahren geführt hat.

– Ab 20Uhr – „Musikandes“ singen traditionelle chilenische
und Widerstandslieder

SONNTAG, 6.MAI

– Ab 12Uhr – Stadtrundgang
Mit einem Rundgang entlang der Orte, an denen Marx in Trier seine Spuren hinterlassen hat und an denen antifaschistische Kämpfe und historisch wichtige Ereignisse vor, während und nach der NS-Zeit in Trier stattgefunden haben, wollen wir das Veranstaltungswochenende abschließen. (Treffpunkt: Porta Nigra)

Veranstaltungshinweis:
– 19Uhr – „Die Grenzgänger“ präsentieren: Die Lieder des jungen Karl Marx
Aus einer ungewöhnlichen Perspektive vertont die mehrfach preisgekrönte Gruppe Gedichte, die Marx während seiner Bonner
Studentenzeit schrieb, mit Musik zwischen Klassik, Jazz und virtuoser Straßenmusik. Premiere, in der TUFA Trier (Wechselstr. 4, 54290 Trier) absolut hörenswert!

Zum 200. Geburtstag des großen Vordenker des Sozialismus und Kommunismus Karl Marx wollen Kommunistinnen und Kommunisten eine Konferenz zu seinem Wirken und seiner bis heute gültigen Analyse des Kapitalismus in seiner Geburtsstadt Trier veranstalten.

Die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) und die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) veranstalten gemeinsam am 5. und 6. Mai 2018 ein Wochenende mit Aktionen, einer Konferenz und Konzerten! Auf der Konferenz wird mit verschiedenen Beiträgen auf die Aktualität von Marx‘ Werk – auch nach 200 Jahren – eingehen und sein Wirken in verschiedenen Teilen der Erde analysieren. Dazu werden Marxist*Innen referieren und diskutieren.

Seid dabei, diskutiert mit und feiert mit uns Karl Marx‘ Geburtstag!

[Weitere Infos folgen hier, auf Facebook oder unter http://marxgeburtstag.de/ – Stay tuned!]

#marxhatzukunft

 

Wir wollen mit Euch das 100. Jubiläum der großen sozialistischen Oktoberrevolution feiern! Dazu laden wir am Samstag, 21.Oktober ab 20Uhr in den Komplex – Infoladen Trier in der Hornstraße 7 in Trier-West!

Es wird Getränke, ein Quiz zur Oktoberrevolution und das Spiel „Lenin sucht Zug“ geben. Wir freuen uns auf einen feierlichen, netten Abend mit Euch! 🙂

Am 26. Juli jährt sich der Angriff auf die Moncada-Kaserne, der den Beginn des bewaffneten Widerstandes auf Kuba markiert und der später erfolgreichen Revolution 1959 den Weg ebnete, zum 64. Mal.

 

Aus diesem Anlass lädt die SDAJ Trier dazu ein, einen Abend lang über die kleine sozialistische Karibikinsel, an der sich bis heute die Geister spalten, in lockerer Atmosphäre zu diskutieren.
Selbstverständlich wird es weder an Havana-Cocktails noch den Klassikern lateinamerikanischer Musik mangeln.

Kommt vorbei!

 

  1. Los geht’s am Samstag, 29. Juli ab 19Uhr im Komplex – Infoladen Trier, Hornstraße 7 in Trier-West!

erster mai entwurf

 

Das ganze Jahr darauf gewartet – jetzt ist es wieder so weit!
Roter 1.Mai in Trier! Seid dabei!

Kommt zum DGB-1.Mai auf dem Kornmarkt! Dann um 13:30Uhr mit einer Demonstration vom Kornmarkt aus zum „Komplex – Infoladen Trier“ wo das Straßenfest stattfinden wird!

Heraus zum Roten Ersten Mai! – Wir lassen uns nicht spalten!

Demo am 1. Mai – was hat das mit mir zu tun?

Der 1. Mai ist ein Tag zum Feiern. Soweit sind sich die Meisten einig. Zum ersten Mal wurde der 1. Mai im Jahr 1890 als Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse von Lohnabhängigen auf der ganzen Welt gefeiert.

Von Anfang an ging es am 1. Mai also sowohl um das gemeinsame Feiern, als auch um den gemeinsamen Kampf. Nur wer kämpft da eigentlich gegen wen und wofür? Die Arbeiterklasse: damit sind all diejenigen gemeint, die für ihren Lebensunterhalt gegen Lohn arbeiten gehen müssen. Das betrifft sowohl deutsche Lohnabhängige wie ausländische als auch Azubis und Arbeitslose. Gemeinsam kämpfen wir für unsere Interessen. Für sichere Arbeitsplätze, Lohnerhöhungen, kürzere Arbeitszeiten, Mitbestimmungsrechte am Arbeitsplatz, für Arbeitsschutz und gegen Arbeitshetze. Dafür müssen wir gegen Bosse und Unternehmen kämpfen, die das Gegenteil davon durchsetzen wollen: Stellenabbau, Lohnkürzungen, schlechte Arbeitsbedingungen, Überstunden und alles andere, womit sich aus denen, die arbeiten, mehr Profit rausquetschen lässt.
Dieser Kampf, und damit auch der 1. Mai, ist keine verstaubte Tradition aus dem 19. Jahrhundert. Er ist heute für alle Lohnabhängigen nötiger denn je! Jeder Azubi weiß das, wenn er oder sie erst keinen Ausbildungsplatz findet und dann auf Überstunden, miese Vergütung und ausbildungsfremde Tätigkeiten verpflichtet wird. Jeder und jede Arbeitslose weiß das, wenn er oder sie das gleiche Bewerbungstraining zum fünften Mal machen muss, weil am Ende höchstens Leiharbeit für ein halbes Jahr herausspringt. Jeder und Jede Lohnabhängige ohne deutschen Pass weiß es, wenn die Zeugnisse nicht anerkannt werden und die beruflichen Aussichten sich auf Ein-Euro-Jobs und Praktika beschränken.

Die Bundesregierung sagt: die deutsche Wirtschaft muss wachsen, deshalb muss sie bei den Löhnen sparen. Wir sagen: das hat System! Ein System, in dem die Arbeiter/-innen sowieso nur Mittel für die Profitmacherei der Unternehmen sind. Ein System, gegen das es sich zu kämpfen lohnt und gegen das wir am 1. Mai zusammen auf die Straße gehen. Warum? Erstens: Weil du auch Lohnarbeiter/-in bist! Zweitens: Weil Du Deine Interessen allein nicht wirst durchsetzen können gegen Arbeitgeberverbände, Wirtschaftslobbys und eine Regierung, die Deine Interessen mit Füßen tritt. Dieses System muss überwunden werden! Dieses System heißt Kapitalismus!

Straßenfest in Trier-West! – Warum bin ich eingeladen?

In Trier-West hat die AFD bei den Landtagswahlen im März mit die meisten Stimmen geholt. Und das obwohl hier der Anteil an Arbeiterinnen und Arbeitern und auch Arbeitslosen, der in prekären Verhältnissen leben muss, neben Trier-Nord am höchsten ist. Mit der Demo nach Trier-West und dem Fest in Trier-West wehren wir uns auch gegen alle Spaltungsversuche wie sie zum Beispiel von der AFD formuliert werden. Parolen wie „Politik für das eigene Volk“ oder „Wie sind nicht das Weltsozialamt“ nutzen dazu, die Konkurrenz unter den Lohnabhängigen anzufachen und den gemeinsamen Kampf zu behindern. Warum? Weil die AFD eben nicht die Interessen „der kleinen Leute“ vertritt, sondern wie die anderen etablierten Parteien für Arbeitszwang, Rentenkürzungen und die Privatisierung des Gesundheitssystems steht. Die Risiken sollen dadurch einmal mehr auf uns abgewälzt und die Profite der Banken und Konzerne gesichert werden.

Was ist der Komplex?

Als neues politisches Zentrum in der Hornstraße 7 ist der „Komplex-Infoladen Trier“ die erste Anlaufstelle in Trier-West für alle Ausgebeuteten, Antifaschistinnen und Antifaschisten, Feministen und Feministinnen, Linke und Revolutionäre. Dort findet am 1. Mai das Straßenfest statt, zu dem Du herzlich eingeladen bist, wenn Du auch gegen Rassismus, Ausbeutung und Krieg bist und mit uns den Kampftag der Arbeiterklasse feiern willst!

Heraus zum Internationalen 1. Mai in Trier!

11:00Uhr Mai-Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) am Kornmarkt

13:30Uhr Demonstration vom Kornmarkt aus zum neuen politischen Zentrum in Trier West, „Komplex – Infoladen Trier“

ca. 14:00Uhr Straßenfest „Roter 1. Mai“ in der Hornstraße in Trier-West

 

Unterzeichner des Aufrufs:

DIE LINKE. Kreisverband Trier-Saarburg
Feministische Aktion Trier (FAT)
jungeNGG Trier
Kompləx – Infoladen Trier
Küche für Alle Trier
Linksjugend [’solid] Trier
Multikulturelles Zentrum Trier
Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) Trier
Sozialistische Jugend – Die Falken Trier
ver.di Jugend Bezirk Region Saar Trier

Heute Abend findet die letzte große Sause im Infoladen in Trier-Süd statt. Ihr seid herzlich eingeladen!

marx in den Infoladen

 

Zum Christopher Street Day in Trier, ausgerichtet von den FreundInnen vom SCHMIT-Z, hier das bundesweite Flugblatt der SDAJ: Kein Bock auf Spießermoral!


CSD1
CSD2

Morgen ab 15.00 Uhr bis spät am Abend: Solidaritätsfest der Streikenden bei Franklin Electric in Wittlich. Alle hin da!

2014-11 Solifest FE

 

 

2014-03 Nelkenrevolution

40 Jahre Nelkenrevolution in Portugal – ein Grund zum Feiern!

Wir laden ein zu einem Vortrag über die Revoltuion, die Portugal vom Faschismus befreite und zur anschließenden Party bei Musik und Cocktails.

Text zum Thema von Regina Girod:

Das Alte stürzt
Vor 40 Jahren siegte in Portugal die Nelkenrevolution

Am 25. April 1974 verlas um 0.30 Uhr der Sprecher eines katholischen Rundfunksenders in Portugal die erste Strophe des von der Diktatur verbotenen Liedes Grândola, Vila Morena, danach erklang das Lied selbst, gesungen von dem antifaschistischen Protestsänger José Zeca Afonso. Das war das Signal für den Aufstand der militärischen Einheiten, die sich zur »Bewegung der Streitkräfte ( MFA)« bekannten.

Knapp 18 Stunden später hatten sie das Salazar-Caetano-Regime, die älteste Diktatur Westeuropas, gestürzt. Die MFA bestand vornehmlich aus jungen Offizieren der unteren Ränge. Seit Beginn der Kolonialkriege in den afrikanischen Provinzen waren auch einfache Soldaten aus dem Volk zu Offizieren ausgebildet worden. Diese Männer waren es, die den diensthabenden Kommandanten festsetzten und über die Autobahn nach Lissabon fuhren, um Ministerien, Rundfunk- und Fernsehsender sowie den Flughafen zu besetzen. Die Mehrheit der angerückten Regierungstruppen lief zu den Aufständischen über.

Tausende Lissaboner säumten den Weg der Aufständischen, jubelten den Befreiern zu, liefen neben den Armeefahrzeugen her, sprangen auf. Die ersten roten Nelken leuchteten an den Uniformen der Soldaten und aus ihren Gewehrläufen. Die rote Nelke, das Symbol der sozialistischen Arbeiterbewegung, deren Ideen die portugiesische Revolution maßgeblich prägten, gab der Revolution ihren Namen.

In der Nacht zum 27. April wurden die politischen Gefangenen aus dem Kerkern der Geheimpolizei PIDE befreit. Ihre Verwandten und Freunde empfingen sie auf der Straße. Jahrelang waren sie dort ohne Gerichtsverfahren eingesperrt und Folter, Isolationshaft und Demütigungen ausgesetzt gewesen.

Noch vor dem 1. Mai kehrten viele Verbannte und politisch Verfolgte aus dem Exil zurück. Alvaro Cunhal, Vorsitzender der Kommunistischen Partei (PCP) hatte 13 Jahre in den Kerkern der Geheimpolizei verbracht, bis ihm 1960 die Flucht gelang. Seitdem hatte er in Moskau und Prag gelebt. Auch Mário Soares (Sozialistische Partei) kam aus Paris zurück. Ein machtvoller und widersprüchlicher Prozess der Umwandlung begann. Er fand seinen Ausdruck in der 1976 angenommenen neuen Verfassung Portugals.

Als die Nelkenrevolution 1974 siegte, war ich 19 Jahre alt. Wir standen damals alle unter dem Eindruck des faschistischen Militärputsches in Chile und hatten uns nicht vorstellen können, dass auch das Gegenteil- eine antifaschistische Militärrevolte (noch dazu in einem Nato-Land)-überhaupt möglich sei. Mit Begeisterung verfolgten wir die Nachrichten aus Portugal. Später haben viele von uns Portugiesisch gelernt, denn die DDR unterstützte mit Spezialisten den Aufbau in Angola und Mozambique, die durch den mehr als zehnjährigen Kolonialkrieg völlig zerrüttet waren.

Auch wenn die Errungenschaften der Nelkenrevolution in den darauffolgenden Jahren nach und nach revidiert wurden, nimmt sie für mich und viele meiner Generationsgefährten bis heute einen besonderen Platz in der Geschichte ein. Wir gratulieren den Antifaschistinnen und Antifaschisten der UNIÃO DE RESISTENTES ANTIFASCISTAS PORTUGUESE herzlich zum 40. Jahrestag ihres Sieges.

http://antifa.vvn-bda.de/2014/03/18/das-alte-sturzt/