Die SDAJ Trier nahm an der Kundgebung vor und im Rathaus der Stadt Trier teil, um gegen die Schließung der Skatehalle in Trier-West zu demonstrieren. Dazu verteilte sie Flyer mit folgendem Aufdruck:

 

skatehalle sdaj trier

Die Skatehalle muss bleiben!

Wir lassen uns nicht „aufwerten“!

Eine „Aufwertung“ des Stadtteils soll er sein, der Bebauungsplan BW 74, der „Masterplan“ für Trier-West. Ein Bestandteil des Planes: die Skatehalle, die auf dem ehemaligen Edeka-Gelände untergebracht worden ist, soll weg. Dass die Skatehalle eine „wichtige soziale Funktion für die Kinder und Jugendlichen in Trier-West“ erfüllt, erkennt sogar der Bebauungsplan selbst an. Warum muss sie dann überhaupt weg?

Gentrifi-was? Pleite-Stadt sucht reiche Bürger

Bei denen, die sich für den Erhalt der Skatehalle stark machen, aber auch bei anderen Kritikern des Neugestaltungsplans der Stadt für Trier-West, macht das Wort von einer Gentrifizierung des Stadtteils die Runde. Was ist damit gemeint? Als Gentrifizierung bezeichnet man einen Prozess, in dem die angestammte, meist ärmere Bevölkerung eines Stadtteils durch Steigerung der Mieten, kostspielige Sanierungen und generelle Umgestaltung verdrängt und durch wohlhabendere Mieter und Eigentümer ersetzt wird. Das heißt also, die sogenannte „Aufwertung“ geht zu Lasten derer, die sich das Leben in den so aufgehübschten Vierteln nicht mehr leisten können. Es geht den Städten bei solchen Projekten auch gar nicht darum, die Stadtteile für ihre Bewohner lebenswerter zu machen – was ja in Trier-West dringend nötig wäre. Die Städte starten oder fördern solche Prozesse deshalb, weil sie sich vom Zuzug reicherer Neubürger sogenannte „Sickereffekte“ erwarten. Das heißt, die Städte hoffen, dass nach den reichen Leuten auch die entsprechenden Geschäfte und Unternehmen in die Stadt nachziehen, die der Stadt Grund- und Gewerbesteuer in die leeren Kassen spülen. Angekurbelt werden Gentrifizierungsprozesse meistens aber erst mal mit hohem finanziellen Aufwand durch die Stadt selbst. Um die gewünschten Leute anzuziehen, soll jetzt Trier-West umgestaltet werden. Für die Skatehalle ist da kein Platz mehr.

Umzug?

Jetzt soll ein anderer Ort für die Skatehalle gefunden werden. Das klingt nach einem Kompromiss, aber ein passender Ort ist noch längst nicht in Sicht. Und auch, ob die Halle überhaupt noch genutzt werden kann, bis eine Alternative gefunden wurde, ist mehr als unwahrscheinlich. Der Bebauungsplan sagt: „Das stadteigene Grundstück ist jedoch eine der wenigen Flächen, auf die man seitens der Stadt Trier bezüglich einer gestalterisch hochwertigen Neubebauung
direkten Einfluss nehmen kann.“ Soll heißen: Die Stadt braucht genau dieses Gelände für ihre Pläne besonders dringend. So wird trotz signalisierter Verhandlungsbereitschaft garantiert eine Entscheidung gegen das Fortbestehen der Skatehalle fallen. Und ob sich danach noch jemand dafür interessiert, einen neuen Raum für die Skater zu finden? Da wird dann sicher schnell wieder auf die leere Kasse der Stadt verwiesen werden, die aber umgekehrt keine Rolle spielt, wenn Unsummen für die Umgestaltung des Stadtteils ausgegeben werden.

Hiergeblieben!

Auf die Versprechungen der Stadt sollte man also besser nichts geben. Wir wollen uns nicht vertrösten lassen auf irgendeinen Raum, den wir an irgendeinem anderen Ort vielleicht irgendwann mal nutzen dürfen. Wir fordern, den bereits geschaffenen Jugendraum, den wir uns selbst aufgebaut haben, an seinem jetzigen Ort zu erhalten! Wir wissen, dass wir uns dabei auf die Stadtteil-“Aufwerter“ in der Stadtverwaltung nicht verlassen können, sondern selbst für unsere Interessen einstehen müssen! Von Demos bis zu einer Besetzung der Halle– wir kämpfen für den Erhalt unserer Skatehalle!

Keine faulen Kompromisse: Die Skatehalle muss bleiben!
Gegen Gentrifizierung – BW74 stoppen!