Aus gegebenem Anlass (siehe „Trierischer Volksfreund“ und „16vor“) hier ein Artikel aus der aktuellen Ausgabe unserer Kleinzeitung Porta Rossa:

skateboard

Die FDP Trier spricht eine scheinbar einfache Wahrheit aus und nicht wenige Trierer stimmen mit ihr zumindest darin überein: Skaten bzw. Sport im allgemeinen ist unpolitisch. Deshalb hätten sich auch politische Gruppen aus den Angelegenheiten der Skatehalle herauszuhalten. Umso größer war dann auch der Schock als die FDP das Engagement der SDAJ für die Skatehalle öffentlich anprangerte. Auch die, die die Panik der FDP vor angeblichen „linksextremen“ Unterwanderungsversuchen nicht teilen, halten das bloße Auftauchen der SDAJ bei Infoabenden des Projekt X (dem Betreiber der Skatehalle) für etwas, das die gute Sache der Skater in ein schlechtes Licht rückt. Diese Meinung übersieht allerdings, dass natürlich nicht der Vorgang des Skatens an sich politisch ist, die Frage, ob es jetzt und auch noch in Zukunft die Möglichkeit gibt, in Trier in einer Halle skaten zu können, allerdings schon.

Bisher hat die Stadt Trier hierfür die Rahmenbedingungen zur Verfügung gestellt, wobei sie von Anfang an deutlich gemacht hat, dass sie sich dies nicht auf Dauer leisten möchte. Die braucht nämlich Geld und deswegen liegen ihr ganz andere Dinge am Herzen, als die Bedürfnisse ihrer jugendlichen Einwohner. Ganz oben auf der Prioritätenliste steht der sog. Masterplan BW74 für Trier West und der sieht den Abriss der Halle vor. So wird aus dem unpolitischen Skaten schließlich ein Politikum. Denn wenn auf der einen Seite die Stadt steht, die gerne Trier-West mit ihrem Bebauungsplan „aufwerten“ möchte und auf der anderen Seite Jugendliche, die ihre Skatehalle gerne dauerhaft nutzen würden, muss man sich für eine Seite entscheiden. Als politische Jugendorganisation hat sich die SDAJ Trier auf die Seite der Skater gestellt und sich mit ihnen gegen die drohende Schließung der Skatehalle solidarisiert. Wer sich dagegen stemmt, muss sich nicht selten anhören, in den kommunalen Kassen sei kein Geld. Der Staat verkauft seine Sparpolitik, die sich nicht zuletzt auch gegen soziale und kulturelle Einrichtungen wie die Skatehalle richtet, gern als Sachzwang. Gleichzeitig werden millionenschwere Rettungspakete zugunsten von Banken und Konzernen geschnürt. Das ist nicht einfach nur Ergebnis falscher Politik von böswilligen oder dummen Politikern, sondern hat System: in einer Marktwirtschaft rechnet eben auch der Staat marktwirtschaftlich. Und Skater bringen einfach kein Geld in die Staatskasse – Bewohner von Luxuswohnungen mit entsprechendem Steueraufkommen schon.
Gegen diese Rechenart wehrt sich die SDAJ und wer seine Interessen gegen diese Politik verteidigen will, tut gut daran, sich ihr anzuschließen.