wozu eigentlich Marx?

Gepostet am 17. Oktober 2018 Party Vorträge und Seminare

Über den andauernden Nutzen eines alten Rauschebarts.

Im Jahr seines zweihundertsten Geburtstages eroberte Karl Marx wieder einmal die Titelseiten. Das Fernsehen brachte Sondersendungen, Marx-Biographien erkletterten die Bestsellerlisten, seine Schriften wurden von Leuten gelobt, von denen man anderes zu hören gewohnt ist.
Denjenigen, die tatsächlich etwas über Marx lernen wollen, nützt all der Rummel leider wenig. Das medial vermittelte Bild weist bezeichnende Leerstellen auf – die Kerninhalte fehlen.

Eine Gesellschaftswissenschaft ohne Marx ist so sinnlos wie eine Biologie ohne Darwin. Und doch:
Darwins Ideen sind allgemein als unhintergehbarer Erkenntnisstand anerkannt, werden an jeder Schule gelehrt. Sein Zeitgenosse Marx mag im Jubiläumsjahr zur Pop-Ikone aufgestiegen sein, sein Denken ist an ökonomischen Fakultäten verhasst, aus politischen Diskursen verschwunden, in den Schulbüchern allenfalls als schlechte Karikatur zu finden.

Dies liegt nicht an Marx‘ Schwächen, es liegt an seinen Stärken. Für eine Gesellschaftsordnung, die auf der Ausbeutung der Mehrheit im Interesse einer obszön reichen Minderheit beruht, stellt die rücksichtslose Analyse ihrer Funktionsweise eine Gefahr dar. Für diejenigen, deren Interessen Tag für Tag dem Streben nach Höchstprofiten geopfert werden, bleibt sie so nützlich wie eh und je.

Die Frauenkommission der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) veranstaltet gemeinsam mit der DKP Trier und SDAJ Trier zu diesem Thema einen Vortrag mit anschließender Möglichkeit zur Diskussion am Samstag, 24.November 2018 ab 17Uhr im Komplex – Infoladen Trier, Hornstraße 7, 54294 Trier-West.

Nach der Veranstaltung lassen wir den Abend noch gemütlich bei guter Musik, sowie Gesellschaft im Infoladen ausklingen.

Der Eintritt ist kostenlos. Du bist herzlich eingeladen.