Liebe Freunde und Freundinnen,

wir von den SDAJ begrüßen ebenfalls, dass diese Demo stattfindet, auch wenn der Stadtrat heute finanzielle Zuschüsse für das ExHaus beschließt. Denn weder ändert diese Entscheidung etwas an der grundsätzlichen Unterfinanzierung unabhängiger Jugend-, Kultur- und Sozialarbeit, noch wird an dem Verständnis gerüttelt, dass solche Arbeit sich finanziell möglichst selber tragen soll. Ein Verständnis, dass mit der Schuldenbremse 2009, die Bund und Ländern die Aufnahme von Krediten fast unmöglich macht, manifestiert wurde.

In nahezu allen Bereichen der öffentlichen Aufgabenerfüllung hat sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten dieses als wirtschaftliches Denken angepriesene System Bahn gebrochen, sei es bei der Sicherstellung öffentlichen Nah- und Fernverkehrs, der Schul- und Universitätsbildung oder dem öffentlichen Wohnungsbau. Im Gesundheits- und Pflegesektor ist man sogar schon einen Schritt weiter: finanzielle Ausgeglichenheit wird hier bereits vielerorts durch knallharte Profiterwirtschaftung ersetzt. An den Krankheiten der Menschen Geld zu verdienen klingt eigentlich absurd, entspricht aber vollkommen dem marktwirtschaftlichen Prinzip alles und jeden zur Ware zu machen.

Bei der Schulbildung hält man sich mit der Privatisierung zwar noch zurück, aber chronische Unterfinanzierung haben auch hier ihre Spuren hinterlassen: katastrophaler baulicher Zustand der Lehrgebäude, viel zu große Klassen und schlechte Unterrichtsqualität aufgrund fehlenden oder pädagogisch überhaupt nicht ausgebildetem Personal – der Sanierungsstau beläuft sich an deutschen Schulen mittlerweile auf 34 Milliarden Euro. Dass die Finanzierung über sog. Drittmittel, d.h. vor allem Geld privater Konzerne, in immer größerem Ausmaß als Lösung für die Probleme an Schulen und Universitäten angesehen wird, zeigt anschaulich wie weit sich die Regierenden schon von dem Anspruch eines öffentlichen Bildungsauftrages entfernt haben.

Aber ist es denn wirklich so, dass für all das kein Geld da wäre? Ist es unvermeidbar, dass dem ExHaus nur so viel Mittel bereitgestellt werden, dass es finanziell die nächsten Jahre gerade so über die Runden kommt, vorausgesetzt der allseits beliebte Brandschutz macht ihnen keinen Strich durch die Rechnung?
Wenn ich so durch die Straßen einer beliebigen deutschen Stadt gehe, habe ich das Gefühl für eine etwas andere Art der Jugend- und Kinderarbeit scheint Geld keine Rolle zu spielen. Zigtausende Plakat- und Werbeflächen werden gemietet, aufwendige Imagefilme gedreht, ganze Straßenbahnen und Busse stilgerecht zugekleistert. „Was sind schon 1000 Facebook-Freunde gegen einen Kameraden?“, „Krisenherde löschst du nicht mit Abwarten und Teetrinken“ oder schließlich genauso knackig wie erschütternd „#führen“ – das sind die Botschaften, die überall auf Kosten der öffentlichen Hand vor allem unters junge Volk gebracht werden. Eingebettet ist diese millionenschwere Bundeswehr-Kampagne in eine massive Aufrüstungs- und Militarisierungsstrategie der Bundesregierung, die eine Erhöhung des Rüstungsetats allein im nächsten Jahr um vier Milliarden Euro und bis 2024 um weitere sieben Milliarden Euro vorsieht. Wäre Kriegsministerin von der Leyen an Ehrlichkeit gelegen, müsste auf ihren Plakaten stehen:
„Was sind schon 1000 Pflegekräfte gegen einen völkerrechtswidrigen Kriegseinsatz?“
„Was sind schon 1000 Lehrer gegen einen deutschen Leopard-Panzer, der auch im fernen Afrika die Profite heimischer Konzerne schützt?“
„Was sind schon 1000 Streetworker gegen einen 18jährigen, der in Afghanistan hautnah erleben kann, wie sicher dieses Herkunftsland ist?“
Wir fordern: Mehr Geld für öffentliche Gesundheitsversorgung, Bildung und Kulturarbeit statt Militarisierung und Aufrüstung!

Doch ist es nicht nur Rüstung, wo das Geld hinfließt. Sei es die auf 50 Milliarden Euro geschätzte Bankenrettung im Rahmen der Finanzkrise, das Fehlen einer Vermögens-, Millionärs- und echten Erbschaftssteuer oder die Verscherbelung öffentlichen Eigentums weit unter Wert an private Konzerne – überall zeigt sich, dass der Staat in unserer heutigen Gesellschaft die Interessen der Reichen, der Banken und Konzerne vertritt. Im Kampf um die Verbesserung des Wirtschaftsstandortes Deutschland, sprich der Verwertungsbedingungen für das hiesige Kapital, spielen die Interessen der arbeitenden Bevölkerung keine Rolle. Jede kleine Verbesserung muss hart erkämpft und bereits vorhandene Rechte gegen Angriffe verteidigt werden. Es ist notwendig und richtig, um den Erhalt und die Finanzierung jedes Kultur- und Jugendzentrums zu kämpfen. Wir unterstützen diesen Kampf, rufen aber gleichzeitig dazu auf, auch das System zu hinterfragen, dass uns diesen Kampf aufzwingt, genauso wie es uns immer wieder den Kampf für scheinbar Selbstverständliches. Ob es um die Rettung von Menschen in Seenot geht, den Schutz von Wäldern, die für Profite gerodet werden sollen oder den Kampf für ein Land, in dem Menschen anderer Hautfarbe nicht durch die Straßen gejagt werden. All diese Missstände, dieser ganze alte und neue Dreck, gegen den wir in immer häufigeren Abständen auf die Straße gehen müssen, finden ihre Wurzeln im kapitalistischen Wirtschaftssystem und wir werden nicht müde zu betonen, dass eine andere Gesellschaft möglich und notwendig ist!

Es könnte eingewandt werden, dass der Trierer Stadtrat ja weder die Bundeswehr-Kampagne noch die Schuldenbremse oder die Bankenrettung beschlossen hat. Das stimmt, aber gab es denn etwa relevanten Protest dagegen? Bekommt nicht auch in Trier die Bundeswehr vom Melderegister automatisch die Adressen junger Menschen, um sie gezielt als Kanonenfutter im weltweiten Kampf für deutsche Profite anzuwerben? Und sind die meisten im Stadtrat sitzendenden Politiker nicht in Parteien, die all die Schweinereien auf den Weg gebracht haben?

Von CDU und FDP müssen wir in diesem Zusammenhang freilich nicht reden. Aber waren es denn nicht SPD und Grüne, die den Spitzensteuersatz und die Unternehmenssteuer senkten, die erste deutsche Beteiligung an einem Angriffskrieg seit 1945 beschlossen und ein auf die Bereicherung einiger Weniger gerichtetes Wirtschaftssystem nicht bekämpft, sondern mit der Agenda 2010 sogar noch perfektioniert haben? Wer eine solche Politik betreibt, der kann sich über die Unterfinanzierung von Kinder- und Jugendarbeit nicht beschweren. Und wenn Sozialdemokraten oder Grüne es doch tun, ohne ihre kapitalismusfreundliche Politik infrage zu stellen oder gar zu ändern, dann ist das nichts als widerliche Heuchelei.
Die Erfüllung öffentlicher Aufgaben, zu denen die kostenfreie Bereitstellung von Konzert und Proberäumen genauso zählt wie die Unterstützung unabhängiger Kultur- und Jugendarbeit, darf nicht einem ständigen Finanzierungsdruck ausgesetzt sein.

Daher unterstützen wir den Kampf um den Erhalt und die Förderung des ExHauses.

Lasst uns gemeinsam für die Schaffung von Freiräumen kämpfen – schenkten wird man sie uns nicht!

exhaus bleibt

Aufruf
Das Exzellenzhaus ist derzeit in großen Schwierigkeiten: Am 26.09. befindet der Stadtrat über eine Vorlage, die dem Verein gerade die Mittel zugesteht, die gebraucht werden, um der Abwicklung im Insolvenzverfahren zu entgehen.
Verschiedene Umbauarbeiten zum Brandschutz haben das Exhaus in finanzielle Nöte gebracht. Derzeit muss um die Existenz des Zentrums in seiner derzeitigen Form in freier Trägerschaft gefürchtet werden. Langjährige Mitarbeiter*innen haben ihren Job verloren.
Das Exhaus ist ein wichtiger Bestandteil des kulturellen und sozialen Lebens in der Stadt Trier – und insbesondere aus Trier Nord nicht wegzudenken.
In offener Jugendarbeit, Hort, Streetwork, Fanprojekt, Umsonstladen, Konzerträumen und weiteren Projekten und Gruppen wird Kindern, Jugendlichen und allen anderen Interessierten die Möglichkeit gegeben, Perspektiven für ihr eigenes Leben und das ihrer Gemeinschaften in Trier zu entwickeln. Sie können sich kulturell einzubringen, einen Freiraum mit zu gestalten, in schwierigen Lagen auch, Hilfe zu erhalten.
Das Exhaus ist für so viele Menschen in Trier ein wichtiger Anlaufpunkt, der erhalten und erweitert werden muss! Und zwar nicht nur für das nächste halbe Jahr und auf Sparflamme! Die engagierten Haupt- und Ehrenamtlichen im Exhaus brauchen die feste Zusage, dass ihre Arbeit nicht nur in einem halben, sondern auch in einem, in zwei und auch in zehn Jahren respektiert und unterstützt wird. Daran wollen wir den Stadtrat am 26.09. erinnern!
Wir alle haben ganz eigene Geschichten, die uns mit dem Exhaus verbinden – als Musiker*innen, Mitglieder von Kinder- und Jugendgruppen, Fußballfans, Spieleprogrammierer*innen, Aktivist*innen, Sozialarbeiter*innen, Hobbyköch*innen, begeisterte Konzertgäste und Flohmarktgänger*innen und so vieles mehr.
Wir fordern:

Baumaßnahmen in so einem alten, städtischen Gebäude sind ein unkalkulierbares Risiko. Die Stadt steht in der Verantwortung das Exhaus bis zu ihrem tatsächlichen Ende abzusichern!

es darf zu keinen weiteren Stellenstreichungen, Kürzungen oder Einschnitten kommen!

Der Exzellenzhaus e.V. hat die Kultur des Exhauses und der ganzen Stadt über Jahrzehnte hinweg geprägt und muss unbedingt als Träger bestehen bleiben!

Es geht nicht nur ums Exhaus. In der ganzen Stadt fehlt es an Freiräumen für Sub- und Jugendkulturen, insbesondere Proberäumen. Diese müssen ausgebaut, und nicht in ihrer Existenz bedroht werden! Es braucht nicht weniger, sondern mehr Stellen in der unabhängigen Kinder & Jugendarbeit!

Das Exhaus hat Zeit seines Bestehens solidarische Projekte unterstützt. Jetzt braucht es selbst unsere Solidarität!

Lasst uns das Exhaus direkt vors Rathaus bringen, bunt, laut und entschlossen!

Wann? 26.09.2018 von 16.30 Uhr bis ca. 23 Uhr

Wo? Vor dem Rathaus. Wer möchte, kann auch an der öffentlichen Stadtratssitzung im Rathaus teilnehmen.

Was? Redebeiträge, Open Mic, evtl. Musik
Einzelpersonen/Organisationen welche den Aufruf mit ihrem Namen unterstützen wollen melden sich bitte unter: trier@falken-rlp.de
Die Unterstützer*innenliste kann eingesehen werden unter: www.komplex-trier.org
Die Solikampagne des Exhauses benötigt deine Unterstützung: http://www.rettet-das-exhaus.de/

Unterstützer*innen
AG Frieden Trier
DIE LINKE. Trier
DKP Trier
Grüne Trier – Stadt
Ex:ternative
Insane Ultra
Komplex – Infoladen Trier
Kosmopolitische Plattform – Trier
Kulturverein villaWuller
Linksjugend ’solid Trier
Linksjugend [’solid] Rheinland-Pfalz
Multikulturelles Zentrum Trier
Punkrock-Tresen Trier
Rettet das Exhaus
SDAJ Trier
SJ – Die Falken Stadtverband Trier
SJD – Die Falken Rheinland-Pfalz
Slon
SPDqueer Trier/Trier-Saarburg
Trierer Jusos
Trierer SPD

Seit mehr als zehn Wochen befinden sich die Beschäftigten der Unikliniken in Essen und Düsseldorf im Streik. Ihrer Forderung nach mehr Personal, danach, dass Primat des Gesundheitssystems nicht das Geld, sondern die angemessene Patientenversorgung sein sollte, begegnen Klinikvorstand und Regierungsvertreter bisher mit lächerlichen Angeboten, die an dem kranken System der „wirtschaftlich ausgerichteten“ Gesundheitsversorgung nicht das Mindeste ändern.

Doch was hat der Streik der Krankenhausbeschäftigten mit dem Antikriegstag zu tun?

Sehr viel. Denn während im Gesundheitsbereich das Geld zur Erfüllung der berechtigen Forderungen der Beschäftigten angeblich nicht da sei und immer mehr Einrichtungen privaten Unternehmen überlassen werden, wurde der Rüstungsetat 2019 um vier Milliarden auf 42,9 Milliarden Euro aufgestockt. Bis 2024 ist gar eine Steigerung auf 1,5% des BIP geplant, was ca. 50 Milliarden Euro entsprechen würde. Und dies auch nur, wenn sich die Regierenden in der Bundesrepublik nicht doch dazu entschließen, bis dahin die von der NATO vorgesehenen 2% des BIP zu erfüllen.

Während also aufgrund von Personalmangel und Kostendruck in Kliniken täglich Leben gefährdet wird, in Pflegeheimen eine menschenwürdige Versorgung kaum möglich ist und schulische Einrichtungen immer maroder werden, scheint für das Militär stets Geld vorhanden zu sein. Doch diese Prioritätensetzung kommt nicht von irgendwoher. Im kapitalistischen Wirtschaftssystem stehen nicht die Bedürfnisse der Bevölkerung im Vordergrund, sondern Profite und Wettbewerbsfähigkeit der großen Banken und Konzerne. Ihrem Interesse entspricht es nicht nur, unsere Gesundheitsversorgung zu einer Ware zu machen, mit der Gewinn erzielt werden kann. Es liegt ebenfalls in ihrem Interesse, den Rüstungshaushalt und damit Deutschlands militärische Stärke zu erhöhen.

Dass die Kriegseinsätze der Bundeswehr nicht wie behauptet der Friedenssicherung oder der Schaffung humaner Lebensverhältnisse dienen, ist unschwer erkennbar. In Afghanistan herrscht heute größeres Elend denn je. Die Zahl der Getöteten und Verletzten hat dieses Jahr eine Rekordhöhe erreicht, Frieden ist auch im siebzehnten Kriegsjahr nicht in Sicht. In Mali, dem Sudan oder im Kosovo ist die Bilanz deutscher Kriegsbeteiligung ebenso ernüchternd. Auch hier hat sich die Lebenssituation der arbeitenden Bevölkerung nicht verbessert.

Was sich allerdings verbessert hat, sind die Bilanzen deutscher Rüstungskonzerne, wie Airbus, KMW oder Rheinmetall, die unmittelbar an Aufrüstung, Waffenexporten und Krieg verdienen. Zudem wird regelmäßig publik, zuletzt in der Studie „Dirty Profits – Unser Geld für Rüstungsexporte in Kriegs- und Krisengebiete“, dass auch Finanzinstitute wie die Deutsche Bank, Allianz oder die Commerzbank in die Produktion von Kriegsgütern investieren – und damit direkt von Kriegen profitieren. Dass die Regierenden in Deutschland hierbei ihre treuen Interessenvertreter sind, zeigen nicht zuletzt die Genehmigungen von Waffenexporten nach Saudi-Arabien oder das Erdogan-Regime. Doch auch darüber hinaus hat das deutsche Großkapital ein handfestes Interesse an weltweiter militärischer Präsenz der Bundesrepublik.

Seit Jahren mahnen die deutschen Industriekonzerne die große Bedeutung der Versorgung mit Importrohstoffen an. Es wird vor Engpässen gewarnt und die Rohstoffversorgung gar als „Achillesferse“ für den Technologiestandort Deutschland bezeichnet. Die Deutsche Rohstoffagentur (DERA) stufte 2017 von 53 untersuchten mineralischen Rohstoffen nur 12 als solche mit „geringem Beschaffungsrisiko“ ein. Der Auftrag an die politisch Verantwortlichen ist eindeutig: Sicherung der Rohstoffversorgung, sonst ist die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Konzerne in Gefahr. Dabei geht es jedoch nicht nur um Rohstoffe. Im globalen Konkurrenzkampf, der die Unternehmen aller Länder bei Strafe des Untergangs zur Profitgenerierung und -maximierung zwingt, spielen Faktoren wie der Zugang und die Beherrschung von Handelsrouten oder die Erschließung von Absatzmärkten eine ebenso entscheidende Rolle. Die Bundeswehr dient in der ein oder anderen Form, mal verschleiert und mal offensichtlich, stets der Durchsetzung von Interessen des deutschen Kapitals, der Banken und Konzerne.

Dem entspricht auch die Einordnung in das westliche Kriegsbündnis NATO, welches konkret die globale Vormachtstellung der USA sichern und ausbauen, sowie allgemein Verwertungsmöglichkeiten für westliches Kapital schaffen soll. In zunehmendem Maße von inneren Widersprüchen zerrüttet, allen voran die extreme Ungleichverteilung von Reichtum und damit einhergehender Verarmung der arbeitenden Bevölkerung, tritt das Staatenbündnis immer aggressiver nach außen auf. Obwohl die Russische Föderation seine Militärausgaben zuletzt um 20% gesenkt hat und für Rüstung nicht einmal ein Zehntel dessen ausgibt, was allein die USA dafür aufwendet, wird es als Aggressor und Bedrohung für den Frieden dargestellt. Dem Willen Russlands, genauso wie Chinas, sich nicht den Interessen des US-amerikanischen Kapitals unterzuordnen, begegnet die NATO mit Drohgebärden und Kriegshetze.

Die Gefahr, dass sich in diesem Zuge regionale Stellvertreterkriege zu einer Konfrontation zwischen Russland und China auf der einen und der NATO auf der anderen Seite ausweiten, wächst. Dass die von Deutschland dominierte EU mit dem Abkommen zur „ständigen strukturierten Zusammenarbeit“ (engl. PESCO) größere militärische Eigenständigkeit gewinnen möchte, bedeutet dabei keineswegs, dass sie sich der aggressiven NATO-Taktik nicht anschließen würde.

Vor diesem Hintergrund muss die Aufrüstung des deutschen Militärs und die zunehmend aggressive Militarisierungskampagne in der Bundesrepublik gesehen werden. Für den Widerstand hiergegen ist die Erkenntnis, dass dieser Entwicklung systemische Ursachen zugrunde liegen, die es ebenfalls zu bekämpfen gilt, von entscheidender Bedeutung.
Es ist richtig, einen fairen Welthandel zu fordern, aber ist denn ein solcher möglich auf Basis von Eigentumsverhältnissen, die Konkurrenz und Ausbeutung mit Notwendigkeit zur Folge haben?

Es ist ebenso richtig zivile Konfliktlösungen zu fordern, aber ist dies nicht zum bloßen Wunschdenken verurteilt in einem Wirtschaftssystem, das den Krieg in sich trägt, wie die Wolke den Regen (Jean Jaurés)?
Das Ziel einer Gesellschaftsordnung jenseits von Ausbeutung, Konkurrenz und Militarisierung erreichen wir nur, indem wir uns den konkreten Angriffen auf die Interessen der arbeitenden Bevölkerung entgegenstellen. Deshalb ist für uns als SDAJ Trier und DKP Trier die Unterstützung des streikenden Klinikpersonals genauso selbstverständlich wie die des Aufrufs „Abrüsten statt Aufrüsten“.
Antimilitarismus und Antikapitalismus können nicht voneinander getrennt, sondern müssen als Momente ein und desselben Kampfes begriffen werden. Sowohl der Streik der Beschäftigten an den Unikliniken als auch der Protest all jener, die heute bundesweit für Frieden auf die Straße gehen, eint im Wesen die Ablehnung eines Systems, das nicht an den Bedürfnissen der Bevölkerungsmehrheit, sondern am Profit einiger Weniger orientiert ist.

Wer gegen Kriege ist, ist auch gegen den Kapitalismus!

Die SDAJ unterstützt den Aufruf eines breiten Bündnisses für die Seebrücken-Demo in Trier:

Seehofer, Salvini, und Kurz nutzen die Not von Menschen auf hoher See aus um ihre eigenen Machtkämpfe auszutragen. Sie treten damit internationale Menschenrechte mit Füßen. Das ist unerträglich und widerwärtig.

Viele schwerkranke Menschen auf der Lifeline und schon auf anderen Schiffen vorher mussten tagelang auf hoher See ausharren, bis der gesellschaftliche Druck so groß wurde, dass Seehofer und Konsorten nicht mehr anders konnten, als die Lifeline anlegen zu lassen. Zu diesem Zeitpunkt hatten bereits mehrere Städte und Länder angeboten, die Menschen auf der Lifeline aufzunehmen.

Doch statt die Solidarität innerhalb der Bevölkerung anzuerkennen, versucht Seehofer immer weiter Seenotrettung zu kriminalisieren. Die Crew der Lifeline wird nun von Seehofer vor Gericht gestellt.
In diesen Minuten, Stunden, und Tagen laufen weiterhin Boote aus den Häfen Libyens aus und die Menschen darauf werden keine Hilfe erhalten, denn aufgrund der angespannten Situation ist kein einziges Rettungsschiff mehr auf dem Mittelmeer. Das heißt: Jeden Tag sterben hunderte Menschen auf dem Weg nach Europa. Das ist eine unfassbare humanitäre Katastrophe, die verhindert werden muss.

Seehofers Plan ist es, dass keine Schiffe mehr auslaufen können. Wir wollen genau das Gegenteil: Nicht weniger Rettung, sondern viel viel mehr!

WIR ALLE SIND DIE SEEBRUECKE

 

Kommt am Freitag, 27.Juli 2018 ab 18Uhr zur Demonstration für sichere Häfen zur Porta Nigra in Trier!

Liebe Freunde und Freundinnen,
liebe Genossen und Genossinnen,
ich darf heute den Redebeitrag der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend Trier halten.

Der Umstand, dass wir hier gerade nur wenige Meter von Karl Marx‘ Geburtshaus entfernt stehen, zwingt mich, zunächst einige Worte über die derzeitigen Besetzer des Hauses zu verlieren. Dass die als Arbeiterpartei gegründete SPD kurz vor Beginn des Ersten Weltkrieges zur Unterstützung des imperialistischen deutschen Kapitals übergegangen ist, dass sie sich vier Jahre später maßgeblich an der Niederschlagung der Revolution beteiligte, die Restauration des Kapitalismus ermöglichte und mitverantwortlich war für die Ermordung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg; kurzum: dass sie die Ziele und Interessen der Arbeiterklasse verraten hat – diese historische Tatsache kann als Tragödie bezeichnet werden. Aber dass die SPD im Jahre 2018, mittlerweile von jeglichem Hauch Antikapitalismus befreit, sich immer noch als Partei der arbeitenden Bevölkerung gebärdet, eine Kontinuität von Marx zu ihrer heutigen Organisation herzustellen versucht und zum Zwecke dieser Vereinnahmung auch sein Geburtshaus missbraucht, kommt nur noch einer Farce gleich. Es ist an Absurdität schwer zu überbieten, dass die Partei, die in Deutschland den größten Niedriglohnsektor Westeuropas aufgebaut hat, für Hartz4 und die erste deutsche Beteiligung an einem Angriffskrieg seit `45 verantwortlich ist, dass diese Partei sich ausgerechnet mit Verweis auf vermeintlich gemeinsame humanistische Ideale in eine Tradition mit Marx zu stellen versucht.
Wir von der SDAJ wenden uns gegen diese Vereinnahmung des Begründers des wissenschaftlichen Sozialismus und rufen dazu auf, die SPD bei jeder Gelegenheit als das zu entlarven, was sie ist – der zuverlässige Retter und Verwalter eines menschenverachtenden Systems, ein willfähriger Interessenvertreter der herrschenden Klasse.
All die Vereinnahmungs- und Verfälschungsversuche, all die Reduktionen der Marx’schen Lehre auf ein paar interessante Ideen oder ein abgeschlossenes Kapitel Geschichte, all der Aufwand, der betrieben wird, um den wahren Charakter seiner Philosophie, den einer revolutionären Weltanschauung, zu verschleiern, all das zeigt aber auch, dass diese Weltanschauung nichts an ihrer Gefährlichkeit für die herrschende Klasse verloren hat. Denn Klassenkampf herrscht heute genauso wie zu Marx‘ Zeiten, genauso wie er die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft geprägt hat und prägen wird, solange ihre Stellung im Produktionsprozess die Menschen in Ausbeuter und Ausgebeutete teilt. Der Grundwiderspruch des kapitalistischen Systems, der zwischen dem gesellschaftlichen Charakter der Arbeit und der privaten Aneignung des Arbeitsproduktes, welcher seine Grundlage in dem Privateigentum an Produktionsmitteln, an den Banken und Konzernen findet; dieser Grundwiderspruch erzeugt zwangsläufig einen unversöhnlichen Interessengegensatz zwischen den lohnabhängigen Produzenten und den kapitalistischen Aneignern des gesellschaftlichen Produkts. Die unzähligen kleinen und großen gesellschaftlichen Kämpfe, ob auf ideologischem oder ökonomischem Gebiet, können nur als Folgen dieses Interessengegensatzes und damit als Klassenkampf wirklich begriffen werden.
Ist es denn nicht Ausdruck des Klassenkampfes, wenn Geld für Rüstung und Militär, für das Führen von Kriegen im Interesse des heimischen Kapitals ausgegeben wird, während wir für bessere Bildung, Gesundheit oder Altersversorgung auf die Straße gehen?
Ist es nicht Ausdruck des Klassenkampfes, wenn rechte Hetzer wie die AfD versuchen, die Bevölkerung entlang von Nationalität, Geschlecht oder Religionszugehörigkeit zu spalten, ihre Ängste, im Klassenkampf unter die Räder zu geraten, in systemkonforme Bahnen lenken, während wir uns für Solidarität und Menschlichkeit einsetzen?
Und ist es nicht auch und vor allem Ausdruck des Klassenkampfes, dass die schier unglaublichen Möglichkeiten des erreichten technologischen und wissenschaftlichen Niveaus nicht planmäßig im Interesse aller Mitglieder der Gesellschaft genutzt werden, sondern im systemimmanenten Streben nach Maximalprofit nicht nur verkümmern, sondern sogar mehr und mehr unseren Planeten zerstören?
Dass sich Form und Intensität dieses Kampfes im Laufe der Geschichte fortwährend verändern und wir diese Veränderungen selbstverständlich umfassend berücksichtigen müssen, kann und darf doch nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Wesen dieses Kampfes allen auf kapitalistischen Produktionsverhältnissen basierenden Gesellschaften gemein ist. Nur die Umwälzung dieser Produktionsverhältnisse, die Enteignung der Kapitalisten zugunsten der Masse der arbeitenden Bevölkerung, wird den Weg frei machen für eine Gesellschaft jenseits dieser Kämpfe und all dem damit verbundenen Leid. Nur eine sozialistische Revolution kann daher das Ziel all unserer jetzigen Kämpfe sein.
Doch was hat die arbeitende Bevölkerung eigentlich der geballten Medienmacht der herrschenden Klasse, dem staatlichen Repressionsapparat und der wirtschaftlichen Abhängigkeit von den Besitzern der Banken und Konzerne entgegenzusetzen?
Ihre zahlenmäßige Stärke, ja, aber wenn das allein schon ausreichen würde, wäre der Kapitalismus längst Geschichte. Die an sich vorhandene theoretische Kraft aufgrund der zahlenmäßigen Überlegenheit wird erst zu einer tatsächlichen, einer praktischen Kraft, wenn sich die Arbeiterklasse ihrer gesellschaftlichen Stellung und ihrer historischen Aufgabe bewusst wird. Diesbezüglich war es die große, die welthistorische Leistung von Karl Marx, zusammen mit seinem Freund und Kampfgefährten Friedrich Engels, die Stellung der Arbeiterklasse in der Gesellschaft und ihre darauf basierende Rolle als Totengräber des Kapitalismus wissenschaftlich herausgearbeitet zu haben. Sie haben das Ziel einer gerechten, von Ausbeutung freien Gesellschaft aus seinem Dasein als bloße Wunschvorstellung oder abstrakte Utopie herausgerissen und den Weg dorthin auf eine wissenschaftlich fundierte Grundlage gestellt. Der Marxismus ermöglicht es uns Kommunisten und Kommunistinnen auch heute die gesellschaftlichen Verhältnisse, die gegenwärtigen Klassenkämpfe so zu begreifen, dass wir darauf aufbauend eine Strategie zur Überwindung des Kapitalismus entwickeln können. Ohne eine marxistische Weltanschauung werden die unzähligen Erscheinungen des modernen Kapitalismus hingegen in ihrer Gesamtheit ein Rätsel bleiben und keine objektive Notwendigkeit wird von selbst eine sozialistische Revolution herbeiführen. Somit ist die Aussage völlig gerechtfertigt, dass der Marxismus als eine Anleitung zum Handeln die entscheidende Waffe im Kampf aller Ausgebeuteten gegen die Profiteure des bestehenden Systems ist.
Doch es heißt, sich diese Waffe nehmen zu lassen, wenn die bürgerliche Geschichtsauffassung über die sozialistischen Staaten des 20. Jahrhunderts einfach übernommen wird, statt die Gründe für ihr Scheitern marxistisch zu analysieren. Wer behauptet, dass Gesellschaften, in denen die Produktionsmittel gemeinschaftliches Eigentum waren, es ein Recht auf Arbeit, kostenlose Bildung und Gesundheit gab und weltweit antikoloniale Befreiungskämpfe unterstützt wurden, nichts mit Marx zu tun oder gar seinen Namen missbraucht hätten, der hat sich ideologisch entwaffnen lassen. Dass die DDR die bisher größte Errungenschaft der deutschen Arbeiterbewegung ist und 1989 eine Konterrevolution stattfand, sind Tatsachen, deren Anerkennung auch für das Führen der heutigen Kämpfe von grundlegender Bedeutung sind.
Es heißt ebenfalls sich die Waffe des Marxismus nehmen zu lassen, wenn wir das langfristige Ziel, die Aufhebung des Grundwiderspruchs der heutigen Gesellschaft, aus den Augen verlieren und unzählige vereinzelte Kämpfe führen, ohne sie in einen größeren Zusammenhang einzubetten. So wichtig es ist, Reformkämpfe als Schlüssel zur Schaffung von Klassenbewusstsein und damit dem Kampf für den Sozialismus zu begreifen, so wichtig ist auch die Einsicht, dass dieser Schlüssel jeglichen Wert verliert, wenn man nicht weiß, wo die Tür mit dem dazugehörigen Schloss ist.
Der Marxismus ist aber nicht nur Waffe, sondern auch Selbstbewusstsein der arbeitenden Bevölkerung. Der französische Schriftsteller Andre Malraux schrieb einmal, dass es kein Selbstbewusstsein für jemanden geben kann, der 12h am Tag arbeitet, ohne zu wissen, wofür er das tut. Diese Aussage verliert nichts an ihrer Gültigkeit, auch wenn die 12 durch eine 8 ersetzt wird. Wirkliches Selbstbewusstsein kann für alle Lohnabhängigen nur aus der Einsicht entspringen, Teil jener Kraft zu sein, der die historische Aufgabe zufällt, den Kapitalismus zu stürzen und eine Gesellschaft zu errichten, die weder Klassen noch Ausbeutung kennt.
Den Arbeitern und Arbeiterinnen den Weg zu dieser Einsicht geebnet zu haben, dafür gilt es Karl Marx an seinem 200. Geburtstag zu danken. Das einzig sinnvolle Geschenk für einen seit über 130 Jahren Verstorbenen stellt die Auseinandersetzung mit seinen Werken dar. Machen wir ihm dieses Geschenk, in unserem wie in seinem Interesse, dann werden wir eines Tages seinen Geburtstag auch wieder in einem sozialistischen Deutschland feiern können. Denn wie sagte Brecht einst so treffend: „Wer seine Lage erkannt hat, wie soll der aufzuhalten sein?“
In diesem Sinne: Hoch lebe Marx! Hoch lebe der Kampf aller Unterdrückten für eine sozialistische Gesellschaft!

Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Genossinnen und Genossen,

 

Ich halte heute die Rede für die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) Trier.

Die Welt ist im Ungleichgewicht.

Auf der einen Seite der Welt verelenden, verhungern Menschen. Sie sterben, weil sie von grundlegendenden zivilisatorischen Fortschritten ausgeschlossen sind, sei es die Versorgung mit sauberem Trinkwasser, der Zugang zu Medikamenten oder der Schutz vor Naturgewalten. Nicht selten endet auch der Versuch, diesen Ausschluss mittels Flucht zu überwinden, tödlich.

Auf der anderen Seite der Welt werden täglich Tonnen von Lebensmitteln wegen Überproduktion weggeworfen, Patente auf lebensrettende Medikamente angemeldet und von dort aus imperialistische Kriege geführt, um den Markt für das heimische Kapital zu erweitern.

Dass Hunger, Elend und Krieg für Millionen Menschen Alltag ist , darf nicht zum Teil einer Aufzählung, zur bloßen Phrase werden. Es darf uns nicht nur „nachdenklich machen“ oder gar „ekeln“. Es darf nicht zur Randbemerkung in Zeitungen oder Nachrichten werden, wenn hunderte, tausende Menschen wegen Hunger, Elend und Krieg oder auf der Flucht an den EU-Außengrenzen auf dem Land oder Seeweg sterben, weil sie zufällig woanders geboren sind.
Wir müssen die Ursachen für diese unhaltbaren Zustände analysieren und darauf aufbauend handeln.

Aber auch in einem der reichsten Länder der Welt ist nicht alles in Butter. In der Bundesrepublik Deutschland besteht einer der größten Niedriglohnsektoren in ganz Europa, die Kinderarmut ist weiter hoch, die Schere zwischen Arm und Reich wächst, die Arbeitslosigkeit bleibt (trotz gefälschter Zahlen) hoch, in manchen Regionen, vor allem in der ehemaligen DDR, ist fast jeder Vierte arbeitslos.

Auch die Repression (wie zum Beispiel durch die Änderung des bayerischen Polizeigesetzes) nimmt drastische Ausmaße an und mit Horst Seehofer als Bundesinnenminister wird uns fortschrittlichen Kräften noch eine harte Zeit bevorstehen. Aber wir werden uns wehren! Wir werden uns gemeinsam wehren gegen die zunehmende Überwachung derer, die sich gegen Rassisten und Kriegstreiber stellen, wir werden uns wehren gegen die Kriminalisierung fortschrittlicher kurdischer Organisationen, wir werden uns wehren gegen Berufsverbote, wir werden uns wehren gegen die Angriffe des Innenministeriums!

Nicht wenige Menschen suchen Antworten auf die Folgen des Kapitalismus und laufen dabei den Rattenfängern von NPD, III.Weg und AfD direkt in die Arme. Diese versuchen vornehmlich Migrantinnen und Migranten und allen, die nicht in ihre Zigarrenschachtelwelt passen, die Schuld an allem Übel zu geben. Dabei bedienen sie ausschließlich die Interessen der herrschenden Klasse, der Bourgeoisie, indem sie versuchen die Arbeiterklasse durch Sexismus, Homo- und Transphobie und Rassismus zu spalten und wie die AfD zb Rentenkürzungen, Lohnkürzungen, eine Abschaffung des Mindestlohns, Abschaffung der Reichen- und Erbschaftssteuer und radikale Einschnitte in die Rechte von Arbeiter*innen und Gewerkschaften fordern.

Wer von der Spaltung der Arbeiterklasse, die die Rechten betreiben, profitiert sind große Banken und Konzerne. Wer daran verdient, dass Menschen ausgebeutet werden, ist die herrschende Klasse, sind die Kapitalisten.
Aber nicht das Ersetzen des einen Kapitalisten durch einen anderen oder eines vermeintlich besseren löst die aufgezählten Probleme, sondern nur die Abschaffung, die Überwindung, die Zerstörung des Kapitalismus!!

Die AfD hat bei den vergangenen Betriebsratswahlen im Frühjahr sogar versucht in großen Betrieben mit eigenen, rechten Listen anzutreten, um im Betriebsrat und im gesamten Betrieb ihre menschenverachtende Ideologie und die Interessen der Unternehmensleitungen besser durchsetzen zu können. Leider teilweise mit Erfolg. Der DGB hat gut daran getan sich diesem blau-braunen Spuk in den Weg zu stellen und offen gegen die AfD-Listen aufzutreten. Jüngster Erfolg dieser antirassistischen Politik des DGBs ist die Reaktion der streikenden IG-Metaller beim Besuch von Bernd Höcke vor ihren Werkstoren von Opel in Eisenach. Sie haben ihn und den Versuch einer nationalistisch-völkischen Instrumentalisierung ihrer Sache davongejagt! Eine Reaktion, an der sich alle Betriebe ein Beispiel nehmen können.
Wir müssen als fortschrittliche Kräfte rein in die Jugendausbildungsvertretungen und in die Betriebs- und Personalräte und gemeinsam mit den DGB-Gewerkschaften diesem Spuk ein Ende setzen!

Gemeinsam gegen Rechts einzustehen heißt, als Lehre aus der Zeit des Faschismus in Deutschland, auch Bündnisse zu schmieden. Heißt es auch Bündnisse mit Parteien und Organisationen einzugehen, die man ansonsten auf‘s Schärfste kritisiert. Dazu gehören für uns Linke in jedem Fall auch die SPD und die Grünen. Diese beiden Parteien haben in ihrer gemeinsamen Regierungszeit ab 1998 die erste Beteiligung Deutschlands an einem Angriffskrieg seit ´45 durchgesetzt und Hartz IV eingeführt. Die SPD ist für die Asylrechtsverschärfungen in den 90ern und beide Parteien für die letzten Asylrechtsverschärfungen mitverantwortlich. Das ist alles nicht zu entschuldigen. Und trotzdem müssen wir zusammen gegen die Rechten von AfD bis NPD demonstrieren und kämpfen und da ist es wirklich der falsche Schluss sich von uns als Kommunistinnen und Kommunisten, wie es die SPD im Rheinland-Pfälzischen Landtag getan hat auch in der Arbeit gegen Rechts zu distanzieren. Ich bitte jedoch darum uns nicht falsch zu verstehen – auch wir distanzieren uns hiermit in aller Form von der SPD! Aber in der Arbeit gegen Rechts werden wir trotzdem weiter mit ihnen zusammenarbeiten!

Dieses System vermeintlich zu verbessern oder Kleinstkämpfe in parlamentarischen, lokalen Gremien zu gewinnen, kann nicht das Ziel unserer Arbeit vor Ort sein. Vielmehr müssen wir durch unsere Arbeit die bestehenden Klassenwidersprüche und die Möglichkeiten ihrer Aufhebung aufzeigen. Der Kampf um Reformen muss auf allen Ebenen eingebettet sein in eine Strategie, die auf die Aufhebung des Grundwiderspruches dieses Systems, dem zwischen Kapital und Arbeit, abzielt. Denn es führt kein Weg daran vorbei – der Kapitalismus gehört abgeschafft!

Zur Analyse dieses Systems hat der in Trier geborene Karl Marx mit seinem Freund und Kampfgefährten Friedrich Engels ein umfangreiches Werk verfasst, dass es uns möglich macht das System der Ausbeutung im Kapitalismus zu verstehen und dagegen zu arbeiten. Eine der zentralen Schlussfolgerungen von Marx ist, dass sich die arbeitende Bevölkerung politisch organisieren muss und dass es die Aufgabe dieser politischen Organisation ist, der Arbeiterklasse ihre gesellschaftliche Stellung und ihre historische Mission bewusst zu machen. In diesem Sinne stehen wir Kommunistinnen und Kommunisten ganz bei ihm, wenn er sagt „die Proletarier haben nicht zu verlieren außer ihrer Ketten – sie haben eine Welt zu gewinnen“!

Diese Rede ist keine Sonntagsrede, wie nicht wenige Sozialdemokraten sie gerne bei Wahlkampfveranstaltungen oder gerade am 1.Mai halten und einen Tag später nichts mehr davon wissen wollen. Wir meinen das ernst! Wir lesen und diskutieren Texte von Marxistinnen und Marxisten. Wir haben in den letzten Jahren Texte und Bücher von Marx, Engels, Lenin, Rosa Luxemburg und Georgi Dmitroff gelesen. Wir haben Arbeiterinnen und Arbeiter beim 24h-Streik der IG Metall bei Bilstein unterstützt und dieses wunderbare Fest mitorganisiert.

In 6 Tagen, am 5.Mai 2018, dem 200. Geburtstag von Karl Marx werden wir ganz im Sinne des berühmtesten Sohns dieser Stadt gemeinsam mit der Deutschen Kommunistischen Partei, der Linkspartei und der Linksjugend [solid] eine große antikapitalistische Demonstration begehen, zu der wir Euch herzlich einladen. Ab 13Uhr findet dann eine wunderbare Konferenz von SDAJ und DKP im Bürgerhaus Trier-Nord statt, bei der es um eine Auseinandersetzung mit Marx‘ Werk auch aus der Sicht von engagierten Gewerschafterinnen, dem Botschafter Kubas und vieler anderer Menschen geht. Wir würden uns auch hier freuen, einige von Euch dort wieder zu treffen! Es lohnt sich!

Wir wollen gemeinsam heute mit Euch daran erinnern, dass wir im Kapitalismus leben, dass er die Wurzel des Problems ist und mit Euch dafür kämpfen, wie Marx es gesagt hat, „alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist.“

Nieder mit dem Kapitalismus!

Aufruf des Marxbündnis zur Demo am 05.Mai 2018:

 

Am 200. Geburtstag von Karl Marx wollen wir seiner revolutionären Theorie folgend eine
breit aufgestellte, antikapitalistische Demonstration in seiner Geburtsstadt veranstalten.

Wir wollen diesen 5. Mai 2018 zum Anlass nehmen, ein Zeichen zu setzen.
Ein Zeichen dafür, dass Widerstand gegen ein System, welches täglich entfremdet,
unterdrückt und tötet genauso notwendig ist wie vor 200 Jahren.

Ein Zeichen dafür, dass es auch heute nicht reicht, den Kapitalismus nur zu kritisieren, nur
eine gerechtere Verteilung zu fordern oder gar an der Perfektionierung seiner
notwendigerweise beschränkten demokratischen Hülle zu werkeln.
Ein Zeichen dafür, dass unser Handeln darauf ausgerichtet sein muss, alle gegenwärtigen
Kämpfe zu nutzen, um auf eine grundlegende Umwälzung der Produktionsverhältnisse,
des materiellen Fundaments des Kapitalismus, hinzuarbeiten.

Und schließlich wollen wir deutlich machen, dass unser Ziel – der Aufbau eines Systems,
indem die Grundlagen für die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen beseitigt
sind – nur im konsequenten Kampf gegen jene, die vom Kapitalismus und damit von
Elend, Hunger und Krieg profitieren, erreicht werden kann.

Es waren Karl Marx und sein Kampfgefährte Friedrich Engels, die uns mit dem
wissenschaftlichen Sozialismus das Werkzeug in die Hand gaben, um unsere
gegenwärtigen Verhältnisse so zu analysieren und zu begreifen, dass wir daraus eine
fortschrittliche und damit zwangsläufig revolutionäre Praxis entwickeln können.

Wir wollen euch hier und heute dazu aufrufen, dieses Werkzeug in die Hand zu nehmen.

Ohne revolutionäre Theorie, keine revolutionäre Praxis – ohne marxistische
Weltanschauung, kein Sozialismus!

Schluss mit Krieg, Diskriminierung und Ausbeutung!

Seid mutig – nieder mit dem Kapitalismus!

 

Unterstützt wird die Demo von:

  • Sozialistische  Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ)
  • Deutsche Kommunistische Partei (DKP)
  • DIE LINKE.
  • Linksjugend [’solid]
  • Linksfraktion im Trierer Stadtrat

 

Los geht’s um 9:30Uhr am Trierer Viehmarktplatz! Wir zählen auf Euch! 🙂

Vor zweihundert Jahren, am 5. Mai 1818, wurde Karl Marx in Trier geboren. Angesichts des Elends des aufstrebenden Kapitalismus entschied er sich dafür, für die Ausgebeuteten Partei zu ergreifen. Gemeinsam mit Friedrich Engels entwickelte Marx eine neue Weltanschauung, den Marxismus, der die Welt veränderte.
Seit Marx wissen wir, dass der prägende Gegensatz unserer Gesellschaft die Herrschaft des Kapitals über diejenigen ist, die vom Verkauf ihrer Arbeitskraft leben müssen. Das bleibt bis heute gültig – ob mit oder ohne Tarifvertrag, ob in Leiharbeit oder Scheinselbstständigkeit. Auf der einen Seite – bei den Banken und Konzernen – sammelt sich immer mehr Reichtum an, während auf der anderen Seite unser Leben immer mehr von Leistungsdruck, Angst und drohender Armut geprägt ist. Klassenkämpfe prägen unsere Gesellschaft bis heute. Die Herrschenden verfolgen das Interesse, diese Ordnung beizubehalten. Sie schenken uns nichts. Daher werden wir eine Gesellschaft, die uns ein besseres Leben ermöglicht, nur im Kampf gegen die kapitalistische Ordnung erreichen können. Wir wollen nicht nur ein paar Krümel. Wir wollen die ganze Bäckerei! Doch ohne uns politisch zu organisieren, werden wir sie nicht bekommen. Auch das hat Marx erkannt und damals den Bund der Kommunisten mitgegründet. Diese Ideen behagen den Herrschenden, ihren Schreiberlingen und Politikern bis heute nicht. Was tun mit diesem lästigen Marx? Ignorieren kann man ihn nicht, ihn Kapitalismus-kompatibel zu machen, ist unmöglich, wenn man ihn nicht verfälschen will. Da scheint es am Einfachsten, den Marxismus für gescheitert oder für veraltet zu erklären.
Als Kommunistinnen und Kommunisten sehen wir das natürlich anders: Marx ist nicht von gestern – er weist in die Zukunft. Wenn du auch davon überzeugt bist, dass der Kapitalismus das Problem ist und nicht die Lösung – dann laden wir Dich zu unseren Veranstaltungen in Marx‘ Geburtsstadt ein.
Dort wollen wir fragen: Was bleibt von Marx? Was bedeutet Klassenkampf im Jahr 2018? Wofür sich organisieren, und wie? Was geht, wenn (fast) nichts geht?
Und wir wollen den Marxismus feiern: Die 200 Jahre, die sein Urheber auf dem Buckel – und vor allem die Zukunft, die er vor sich hat.
Lernen, diskutieren und feiern wir gemeinsam.

Hoch soll er leben!

[Weitere Infos folgen hier oder unter http://marxgeburtstag.de/ – Stay tuned!]

Hinweis: An diesem Wochenende wird es in Trier zahlreiche Veranstaltungen geben. Wir raten, sich früh um eine Unterkunft zu kümmern!

Veranstaltungsplan:

FREITAG, 4.MAI

Veranstaltungshinweis:

Filmvorführung „Mohr und die Raben
von London“: Die Linkspartei zeigt den DEFA-Kinder- und Jugendfilm „Mohr und die Raben von London“. (1969, 95min). Ein toller Film über Karl Marx, Klassenkämpfe und den Widerstand von arbeitenden Kindern im London des Jahres 1956. Vorführung im Broadway Filmtheater (Paulinstraße 18, Trier-Nord)

– ab 20Uhr: – „Ein Prost auf Marx!“
Für all diejenigen, die bereits am Freitag nach Trier anreisen öffnet der Infoladen ( Komplex – Infoladen Trier , Hornstraße
7, Trier-West) seine Tore und seinen Tresen. Gute Musik inklusive!

SAMSTAG, 5.MAI

– Ab 9:30Uhr: An Karl Marx‘ Geburtstag haben wir uns mit anderen
Organisationen zusammengeschlossen, um eine antikapitalistische Demonstration, vorbei an wichtigen Punkten seiner Geburtsstadt, zu begehen! Treffpunkt ist um 9:30Uhr am Viehmarktplatz.

– Gegen 11:00Uhr findet am Porta-Nigra-Platz die Abschlusskundgebung statt.

KONFERENZ: MARX HAT ZUKUNFT
Bürgerhaus Trier- Nord e.V. (Franz-Georg-Straße 36, 54292 Trier-Nord)

– Ab 13Uhr – „Der ganze Marx in einer knappen Stunde“
Gemeinsam wollen wir herausfinden, was eigentlich hinter diesem „Marxismus“ steckt, von dem immer alle reden. Wo
kommt er her, was beinhaltet er und welche Bedeutung hat er für uns heute? Für all diejenigen, die sich einen ersten Überblick verschaffen wollen!

– Ab 14:30Uhr – „Der Marxismus, Wissenschaft des Klassenkampfes“
Marx entdeckte, dass sich die menschliche Gesellschaft als eine Geschichte von Klassenkämpfen entwickelte. Überhaupt war der Begriff vom Klassenkampf für ihn zentral. Wir wollen diskutieren, wie aktuell er heute noch ist. Daniel Bratanovic (junge Welt) legt dar, warum es keinen Marx ohne Klassenkampf geben kann und keinen Klassenkampf ohne Marx geben sollte. Ein Vertreter der Kubanischen Botschaft (angefragt) spricht über die Bedeutung des Marxismus in der Kubanischen Revolution. Jan von Hagen (DKP Essen und bei ver.di NRW zuständig für den Kampf um Personalbemessung in den Krankenhäusern) erklärt, warum Gesundheit eine Klassenfrage und der Kampf um die Personalbemessung Klassenkampf ist.

– Ab 16:15Uhr – „Dem Morgenrot entgegen – warum es nicht reicht, das Bestehende abzulehnen“
Was kommt eigentlich nach dem Kapitalismus, den wir alle so verabscheuen? Jürgen Lloyd gibt uns eine Einführung darin, was Marx‘ Theorie eigentlich mit dem Aufbau der neuen Gesellschaft – dem Sozialismus – zu tun hat und warum wir nicht immer nur gegen das Bestehende sein sollten, sondern genauso für das Zukünftige kämpfen müssen.

– Auch 16:15Uhr – „Was meint Karl, wenn er sagt „Proleten vereinigt euch!“?“
Karl Marx und Friedrich Engels stellten vor 170 Jahren im „Manifest der kommunistischen Partei“ die Losung auf: „Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“. Doch was ist eigentlich heutzutage ein Proletarier? Und wie vereinigen, mit wem? Wie wehren sich Proletarier und Kommunisten gegen die bestehenden Verhältnisse?

– Ab 17:15Uhr – „Marx wird Zukunft haben!“
Patrik Köbele (Vorsitzender der DKP) zu: Warum Rosa Luxemburg recht hatte, als sie von „Sozialismus oder Barbarei“ sprach und
was dafür spricht, dass Marx und der Sozialismus Zukunft haben
werden. Darüber wird gesprochen und diskutiert.

– Ab – 18:30Uhr
Sonja Gottlieb singt Arbeiter- und Friedenslieder

– Ab 19Uhr – Premierenlesung: „Eine Welt zu gewinnen – Karl Marx, der heutige Kapitalismus und wir“
Die SDAJ gibt anlässlich des 200. Geburtstags von Karl Marx (und ihrem eigenen 50. Geburtstag) eine Einführung in den Marxismus heraus. Es geht um Marx, selbst aber auch die Bedeutung seiner Theorie für all unsere Lebensbereiche und die Kämpfe, die die Bewegung in den letzten 100-120 Jahren geführt hat.

– Ab 20Uhr – „Musikandes“ singen traditionelle chilenische
und Widerstandslieder

SONNTAG, 6.MAI

– Ab 12Uhr – Stadtrundgang
Mit einem Rundgang entlang der Orte, an denen Marx in Trier seine Spuren hinterlassen hat und an denen antifaschistische Kämpfe und historisch wichtige Ereignisse vor, während und nach der NS-Zeit in Trier stattgefunden haben, wollen wir das Veranstaltungswochenende abschließen. (Treffpunkt: Porta Nigra)

Veranstaltungshinweis:
– 19Uhr – „Die Grenzgänger“ präsentieren: Die Lieder des jungen Karl Marx
Aus einer ungewöhnlichen Perspektive vertont die mehrfach preisgekrönte Gruppe Gedichte, die Marx während seiner Bonner
Studentenzeit schrieb, mit Musik zwischen Klassik, Jazz und virtuoser Straßenmusik. Premiere, in der TUFA Trier (Wechselstr. 4, 54290 Trier) absolut hörenswert!

Zum 200. Geburtstag des großen Vordenker des Sozialismus und Kommunismus Karl Marx wollen Kommunistinnen und Kommunisten eine Konferenz zu seinem Wirken und seiner bis heute gültigen Analyse des Kapitalismus in seiner Geburtsstadt Trier veranstalten.

Die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) und die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) veranstalten gemeinsam am 5. und 6. Mai 2018 ein Wochenende mit Aktionen, einer Konferenz und Konzerten! Auf der Konferenz wird mit verschiedenen Beiträgen auf die Aktualität von Marx‘ Werk – auch nach 200 Jahren – eingehen und sein Wirken in verschiedenen Teilen der Erde analysieren. Dazu werden Marxist*Innen referieren und diskutieren.

Seid dabei, diskutiert mit und feiert mit uns Karl Marx‘ Geburtstag!

[Weitere Infos folgen hier, auf Facebook oder unter http://marxgeburtstag.de/ – Stay tuned!]

#marxhatzukunft

Zum Gedenken an Hans Eiden hat die SDAJ am heutigen 06.12.2017 folgenden Redebeitrag in der Engelstraße gehalten:

 

 

Liebe Genossinnen und Genossen, liebe Freundinnen und Freunde,

Ich bin Mitglied der SDAJ, der sozialistischen deutschen Arbeiterjugend Trier. Wir wollen heute gemeinsam mit Euch dem Kämpfer im antifaschistischen Widerstand gegen das faschistische NS-Regime Hans Eiden gedenken. Hans Eiden war schon vor der Machtübertragung an die Nazis Kommunist und Mitglied der KPD geworden. Der Trierer wurde bereits 1929 Mitglied der Kommunistischen Partei und unterstütze sie in Trier maßgeblich weiter auch durch die schwerste Zeit, die die Kommunistische Bewegung in Deutschland wohl je erleben musste. Er blieb weiter der Überzeugung, dass die Kommunistinnen und Kommunisten die einzige Kraft waren, die die Probleme der Menschen dieser Zeit lösen und den aufziehenden Faschismus verhindern konnten. Ab ’33 wurden Anschläge, Verhaftungen und Deportierungen auf die jüdische Bevölkerung, Homosexuelle, Sinti und Roma, Menschen mit Behinderungen, aber natürlich auch auf Gegnerinnen und Gegner des Naziregimes wie SozialdemokratInnen und KommunistInnen zum Tagesgeschäft der Faschisten. So wurde auch Hans Eiden 1933 in sogenannte „Schutzhaft“ genommen und 1936 zum „Zuchthaus“ verurteilt.
Nachdem er seine Zeit im Zuchthaus abgesessen hatte, wurde er drei Monate auf freien Fuß gesetzt, 1939 wurde er jedoch in das Konzentrationslager Buchenwald deportiert, wo er 1944 Lagerältester wurde. Er war maßgeblich an der Selbstbefreiung des KZs beteiligt.

Wir danken auch heute noch den Alliierten Streitkräften für die Befreiung Deutschlands vom Hitlerfaschismus, allen voran der noch jungen Sowjetunion, die die Hauptlast des zweiten Weltkrieges zu tragen hatte.

Nach der Befreiung vom Faschismus reorganisierte Hans Eiden die Kommunistische Partei, die KPD in Trier und vertrat sie sogar als Abgeordneter im Rheinland-Pfälzischen Landtag.

Im Zuge massiven Drucks auf die Kommunistische Weltbewegung und den Hauptverbündeten der Arbeiterklasse weltweit, der Sowjetunion, wurden auch in der KPD für uns heute widersprüchliche Entscheidungen getroffen, die zwar heute schwer nachzuvollziehen, jedoch nicht losgelöst von der politischen Gesamtlage zu bewerten sind. Der Ausschluss Hans Eidens aus der KPD im Jahre 1948, zwei Jahre vor seinem Tod, zählt zu diesen Entscheidungen, welche sinnbildlich für die in einigen Fragen historisch bedingte Widersprüchlichkeit der damaligen kommunistischen Weltbewegung stehen.

Der ‚Schwur von Buchenwald‘ wurde zur Grundlage antifaschistischer Arbeit in der Bundesrepublik und Weltweit. Heute, 70 Jahre nach dem Ende des Faschismus in Deutschland, wird in Diskussionen innerhalb der Friedensbewegung die Selbstbefreiung Buchenwalds grundsätzlich in Frage gestellt und der bundesdeutsche Staat kriminalisiert aufrechte Antifaschistinnen und Antifaschisten, wie zum Beispiel im Urteil zur staatlichen Überwachung von Silvia Gingold, sogar den Schwur der Buchenwaldhäftlinge, weil er den ‚Nazismus mit seinen Wurzeln vernichten‘ will.
Wie Hans Eiden vor vielen Jahren, hier in dieser Stadt erkannt hat was zu tun ist, um die Lage der Menschen in Trier, Deutschland und der Welt zu verbessern, so haben wir es heute erkannt. Der Kapitalismus ist das Übel der Welt, verantwortlich für Ausbeutung, Hunger, Elend und Krieg. Dieses Übel muss ohne Wenn und Aber überwunden werden. Das sind wir allen, die ihr Leben für den Kampf gegen den Faschismus gelassen haben schuldig.

Die Stadt Trier hat es bis zum heutigen Tage nicht geschafft, ihrem Sohn ein angemessenes Andenken zu schaffen. Eine kleine Plakette erinnert (hier) an seinem Geburtsort an ihn. Nicht eine Straße, nicht ein Platz ist diesem ruhmreichen Antifaschisten gewidmet. Lieber wird in der Stadt ein Platz nach dem Antisemiten Martin Luther, noch immer eine Straße nach Hitlers Steigbügelhalter Hindenburg und eine Brücke nach dem Kriegstreiber Kaiser Wilhelm benannt, statt nach einem aufrechten Gegner des Faschismus. Wir fordern hier und heute von der Stadt Trier und dem Land Rheinland-Pfalz einen ehrenvollen Umgang mit unserem Vorbild im antifaschistischen Kampf, Hans Eiden und die Wiederbelebung des nach der Konterrevolution 1989/’90 von den Grünen eingeführten Hans-Eiden-Preises. Aber Stadt und Land sind lediglich dazu bereit sich mehr oder weniger lobend mit Kritikern des Kapitalismus auseinander zu setzen, wenn am Ende dabei Einnahmen für die Stadtkasse oder den Einzelhandel raus springen, wie das Karl-Marx-Jahr 2018 noch beweisen wird.

Wir stehen als Kommunistinnen und Kommunisten in Trier in der Tradition von Andreas Hoevel, Orli und Willi Torgau, Matthias Thesen und auch Hans Eiden.

Wie sie stehen wir zu den Worten, die der wohl bekannteste Trierer, Karl Marx, gemeinsam mit Friedrich Engels am Ende des „Manifest der Kommunistischen Partei“ festhielt:

„Die Proletarier dieser Welt haben nichts zu verlieren als ihre Ketten. Sie haben eine Welt zu gewinnen. Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“